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Anlieferung auf dem Jahreshoch

Milchpreisvergleich
Von Karsten Hoeck, LK-Markt
Foto: Pixabay

In diesem Jahr zeigt die Entwicklung der Auszahlungspreise ein eher saisonunübliches Bild. Obwohl sich die Anlieferungsmengen auf dem saisonalen Höchststand bewegen, bleiben die Milchpreise in Schleswig-Holstein auf dem seit Monaten fast unverändertem Niveau. Bei den erfassten Meiereien blieb der Grundpreis im Mittel bei 42,61 ct/ kg Milch. Dies sind nur 0,02 ct weniger als der Mittelwert des Auszahlungsmonats März.

Hierzulande bewegen sich die Grundpreise im Bereich zwischen 41 und 45 ct/kg. Auch bundesweit hielten die meisten Meiereien am Auszahlungspreis des Vormonats fest. Wenn es zu Preisänderungen kam, lagen sie meist nur in einem Bereich um 1 ct/kg.

Auch EU-weit blieben die Auszahlungspreise im Mittel in den letzten Monaten unverändert. Seit dem Jahresbeginn liegt der ermittelte durchschnittliche Auszahlungspreis bei 46,4 ct/kg Milch.

Die zuletzt recht sommerliche Witterung hat die Nachfrage nach Milchprodukten belebt. Der ife-Rohstoffwert je Fetteinheit stieg Anfang Mai um 0,3 € bis auf bis zu 7,10 €/kg Fett. Auch der Kurs für Rahm in VLOG-Qualität erhöhte sich und erreichte im Mittel 6,9 €/kg. Im Eiweißbereich zeigt sich ebenfalls eine Belebung der Nachfrage. Die Kurse für Magermilchpulver stiegen zuletzt ebenfalls an.

Die MMP-Notierungen am EEX-Terminmarkt in Leipzig erreichten Mitte Mai einen Wert von 2.400 €/t. Steigende Kurse sind auch für abgepackte Butter zu beobachten. Dies gilt auch für kurzfristig zur Verfügung stehende Blockbutter. Nach den Pfingstfeiertagen könnte sich der Butterhandel etwas beruhigen, da auch die Spargelzeit dem Ende entgegengeht. Die Bestände an Butter sind nicht mehr sehr üppig. Daher gehen die Meiereien auch entspannt in die Verhandlungen über die Lieferungen für das zweite Halbjahr. Am EEX-Terminmarkt in Leipzig sind die Butterkurse zuletzt wieder auf 6.000 €/ t gestiegen. Die Nachfrage der Verbraucher nach Schnittkäse setzte sich Mitte Mai auf einem hohen Niveau weiter fort. Zusätzlichen Aufwind bekam der Markt durch Angebotsaktionen des Handels. Aus der Industrie kamen Anfragen, die zum Teil über die Kontraktmengen hinausgingen. Diese zusätzliche Nachfrage konnte oft nicht bedient werden, da die Lagerbestände zu gering sind. Ähnlich war es mit Anfragen im Export, hier vor allem aus den südeuropäischen Urlaubsregionen. Die Notierungen für Schnittkäse konnten sich somit problemlos auf dem bereits erreichten Niveau behaupten.

Obwohl sich die Kurse für Spotmilch weiterhin unter den aktuellen Auszahlungspreisen bewegen, zeigt sich auch hier eine steigende Entwicklung. Der Spotmilchkurs für Norddeutschland erhöhte sich binnen vier Wochen von 35 auf 39 ct/ kg Milch. In Süddeutschland und in den Niederlanden verbesserte sich der Kurs sogar auf 41 ct/ kg. Auch aus Norditalien wurden deutlich höhere Spotmilchpreise gemeldet. In der Notierung am 8. Mai an der internationalen Handelsbörse Global Dairy Trade sind die Produktpreise im Schnitt um 1,8 % geklettert. Ein Preistreiber war Cheddar-Käse, der um 8 % gestiegen ist. Auch für Butter, Voll- und Magermilchpulver gab es Preisaufschläge.

Die größten weltweiten Exportnationen haben zu Jahresbeginn die Milchproduktion etwas gedrosselt. Auf der anderen Seite hat China als größter Importeur die Nachfrage reduziert. Vor allem die Einfuhren von Magermilchpulver und Käse gingen zurück. Vollmilchpulver bleibt jedoch im Reich der Mitte weiter sehr gefragt.

Auch wenn sich die Auszahlungspreise in den vergangenen Monaten trotz des saisonal hohen Angebotes stabil entwickelt haben, blicken viele Beobachter mit Sorge in die Zukunft. Bundesweit geht die Anzahl der Milchviehbetriebe zurück und unterschritt zuletzt die Zahl von 50.000. Auch beim Absatz fehlt es hierzulande an Impulsen. Der Absatz von Konsummilch sinkt weiter, während Milchimitate Zuwächse verzeichnen. Produkte im Fettbereich werden aber weiterhin gut nachgefragt.

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