Der Februar ist in den Holstenhallen in Neumünster die erste Pferdezeit des Jahres. Los ging es mit dem Turnier des Clubs der Springreiter (CdS). Elf Prüfungen waren ausgeschrieben und die Startplätze wieder sehr schnell weg. Vor allem die Qualifikation für die zwei Wochen später stattfindenden VR Classics war heiß begehrt.
Enorm nachgefragt waren zudem die drei Amateurspringprüfungen der Klassen A bis L. „Wir haben 400 Mitglieder, die gern in die Holstenhallen kommen”, sagte Jesse Luther, der gemeinsam mit Philipp Battermann-Voss den Vorstand des CdS bildet. Der zwölfjährige Emil Meves aus Mehlbek, Kreis Steinburg, war einer der Jüngsten im Teilnehmerfeld. Er nutzte seine Chance und gewann mit der Reitponystute Mochita gleich die ersten beiden Springprüfungen, ein A**- und ein L-Springen. Seine Schwester Elina siegte vor zwei Monaten zusammen mit Vater Jan Meves im Familienspringen des CdS-Turniers in Neumünster. Familie Meves könnte also früher oder später auch eine eigene Equipe stellen.
Das M**-Springen am Sonnabend gewann ebenfalls eine Nachwuchsreiterin, die 19-jährige Fehmaranerin Tomma Thiesen. Sie saß im Sattel von Django Riff, einem Holsteiner von Diarado, und war mehr als 1 s schneller als die Konkurrenz. Thiesen ist seit knapp drei Jahren im Stall von Hinnerk und Eva-Maria Köhlbrandt zu Hause. „Tomma ist sehr selbstkritisch und mit vollem Einsatz bei den Pferden”, sagte Hinnerk Köhlbrandt über Thiesen, die vor drei Wochen bereits das Youngsterfinale beim CSI Neustadt (Dosse) in Brandenburg gewann.
Ebenfalls am Sonnabend waren zwei Youngsterspringen ausgeschrieben. In Klasse M* platzierte Hannes Ahlmann die ersten zwei Pferde des Wochenendes auf den Plätzen zwei und drei hinter Naomi Himmelreich und Flying Kiss. Die Holsteinerin Cosima war dabei einen Hauch schneller als ihr Stallnachbar Colly. Beide stammen aus der familieneigenen Zucht. Colly holte am folgenden Tag noch einen vierten Platz im M**-Youngsterspringen.
Danach ließ Ahlmann keine goldene Schleife mehr aus. Los ging es in Klasse M** mit Cosima. Sie stammt von Cascadello I, ebenso wie Cascalido, mit dem Ahlmann auf den dritten Platz kam, und Casanderos, den der Nachwuchsstar aus Reher, Kreis Steinburg, auf den fünften Platz pilotierte. Tomma Thiesen gewann hier die zweite Abteilung im Sattel von Big Lady ZE.
Das anschließende S*-Springen sicherte sich Ahlmann ebenfalls, diesmal mit der Holsteiner Stute Cimarosa. Mit seinem KWPN-Hengst Madness blieb er außerdem fehlerfrei. Auch das zweite S*-Springen mit Stechen gewann er: die Qualifikation für die VR Classics. „International darf ich starten, aber für die nationale Tour müssen wir uns hier im Norden alle qualifizieren”, erklärte der 24-jährige Deutsche Vizemeister. Die Qualifikation gelang ihm im Sattel des Holsteiner Wallachs Tiepolo. Den Vollbruder zu Ahlmanns bereits international erfolgreicher Holsteiner Stute Tokyo reitet er zurzeit als „Ersatz-Jockey“, weil die Kanadierin Samantha Buirs-Darvill gerade im Mutterschutz ist.
„Tolles Pferd”, befand Ahlmann und resümierte: „Das war ein supererfolgreiches Wochenende. Ich freue mich sehr, dass ich so gut ins neue Jahr starten und meinen Sieg vom vergangenen Jahr verteidigen konnte.“ Nun hofft er, gut auf die VR Classics vorbereitet zu sein.
Unter den 30 für das große Turnier Qualifizierten befinden sich auch Ahlmanns Schwester Pheline mit dem Holsteiner Hengst Carlton, Tomma Thiesen mit Django Riff und Jan Meves mit Diamant de Celeberty.
Nicht dabei, aber trotzdem zufrieden mit dem Wochenende ist Battermann-Voss. „Diese abgespeckte Variante mit drei Tagen hat sehr gut funktioniert. Finanziell und auch organisatorisch“, erklärte er. Vor allem freute sich das Organisationsteam darüber, dass am Sonntagabend die Ränge fast voll waren und dass die Sponsoren wieder so tatkräftig dabei waren, denn „ohne die geht es nicht“. Nun stehen elf Turniere an, bevor es im November wieder in die Holstenhallen geht.
pm




