StartNachrichtenPferd & Reiter55 Jahre beim Holsteiner Verband

55 Jahre beim Holsteiner Verband

Goldene Ehrennadel für Eckhard Schöning
Von Lena Höfer
Sichtlich gerührt nahm Eckhard Schöning seine Auszeichnung mit der Goldenen Ehrennadel des Holsteiner Verbandes entgegen. Foto: Janne Bugtrup

Mit einer bewegenden Zeremonie wurde Eckhard Schöning während der Holsteiner Hengsttage für 55 Jahre Mitarbeiterschaft im Holsteiner Verband ausgezeichnet. In diesem Rahmen wurde ihm auch die Goldene Ehrennadel des Holsteiner Verbandes verliehen. Minutenlange Standing Ovations sowie ein Video mit sehr persönlichen Momenten und O-Tönen langjähriger Weggefährten ließen das Ganze zu einem emotionalen Highlight werden.

Anfang der 1970er Jahre begann Eckhard Schöning seine Arbeit beim Holsteiner Verband. „Damals arbeitete ich bei einem Unternehmer im Stall und manchmal als Baggerfahrer“, erinnert sich Schöning, der von allen nur Ecki genannt wird. Als er damals zwei Pferde auf der Norla in Rendsburg ausstellen sollte, wurde der Verband aufmerksam. „Die haben gefragt, ob ich mal helfen kann. Ich bin dann direkt mit nach Elmshorn gefahren.“ Seine Jobbezeichnung war damals „Gestütswärter“, heute würde man ihn als Leiter des Hengststalls bezeichnen.

Doch zunächst war Schöning ein Jahr lang im Turnierstall von Herbert Blöcker tätig. Danach ging er auf die Verbandsstation in Langenhagen, Kreis Ostholstein. Dort betreute er vor allem die Hengste Caletto I und Calypso II, die Dr. Michael Rüping ritt. Zu diesen gesellte sich ein weiterer Holsteiner Verbandshengst, der unvergessene Silbersee.

„Seine“ Hengste begleitete Schöning damals auch zu ihren Turniereinsätzen. An diese Zeit erinnerte sich Dr. Thomas Nissen. Der ehemalige Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes kennt Schöning schon seit 50 Jahren. Besonders imponierend fand er immer, wie Schöning die Hengste bei der Vormusterung präsentierte. Er zeigte sich dankbar, was Schöning alles für das Holsteiner Pferd und den Verband getan habe. „Du hast mich sehr unterstützt“, sagte er.

Auch Norbert Boley kennt Schöning noch aus dieser Zeit und erinnerte an 40 gemeinsame Jahre beim Verband. „Das war mit Sicherheit sehr interessant und ereignisreich“, befand er und fügte anerkennend hinzu: „Du hast deine Station immer top geführt.“ Der ehemalige Geschäftsführer berichtete mit einem Augenzwinkern auch von einer Schwäche des Holsteiner Urgesteins: dem Papierkram. „Die Decklisten kamen nicht. Du hast behauptet, du hättest sie in den Briefkasten geworfen, aber auf dem Bungsberg habe der Blitz eingeschlagen, und alle Listen seien verbrannt. Alle haben gelacht, keiner geschimpft. Das warst du.“
Weitere Weggefährten machten klar: Eckhardt Schöning sei das „Original des Holsteiner Verbandes“ und der „Mann für alle Fälle“. Offiziell ging er 2014 in Rente, aber den Holsteiner Verband kann sich niemand ohne Ecki vorstellen. Auch heute noch wird er angerufen, wenn etwas ist. Er sei immer freundlich, etwas hektisch und gut gestylt: „Selbst nach dem Verladen von Hengsten auf der Koppel steigst du mit sauberen Schuhen in den Lkw.“

Schöning selbst hatte von der Ehrung nichts geahnt und auch gar nicht an das Jubiläum gedacht. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt er. Nach seinen Wünschen für den Verband gefragt, meint er: „Im Moment läuft es sehr gut. Es ist ein tolles Team, das soll so weiterlaufen.“ Nach kurzem Überlegen fügt er hinzu: „Da würde ich noch einmal anfangen, wenn ich 20 wäre.“ Das ist wohl im Sinne des Holsteiner Verbandes, denn das Team hofft, dass es noch viele weitere Jahre auf Schönings Expertise und zuverlässige Unterstützung bauen darf. pm

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