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"Einmal in der Woche gehen wir den gesamten Betrieb ab. Dann wird der Aufwuchs gemessen und geschaut, was für Gras hat man" – Felix mit Border Collie Sam. Foto: privat

Felix Pechan ist ein totaler Fan von Weidehaltung. Im Südwesten Irlands unweit der Stadt Cork hat der Landwirtschaftsstudent aus Ellingstedt bei Schleswig praktisch sein landwirtschaftliches Paradies gefunden. Er ist voller Begeisterung, wenn er von seinem Alltag auf dem Weideland seines Gastbetriebes berichtet. Dass er in seinem halbjährigen Praktikum so viel wie irgend möglich über die irische Weidehaltung lernen will, mildert die besonderen Umstände seines Praktikums etwas, denn Felix darf sich aufgrund von Corona nur in einem Radius von 2 km um den Hof am südöstlichen Stadtrand von Cork City bewegen.

"Die Milchviehhaltung in Irland unterschiedet sich komplett von der bei uns", erzählt Felix in der Mittagspause am Telefon. Da er speziell die Weidehaltung von Milchkühen auf einem kleineren Familienbetrieb kennenlernen wollte, habe er sich für sein berufspraktisches Semester ganz bewusst Irland ausgesucht.

Felix studiert an der Fachhochschule Kiel im Fachbereich Agrarwirtschaft im fünften Semester. Nach einer kurzen Phase, so mit 15, 16, in der er überlegt habe, vielleicht Orgelbauer zu werden, sei die Entscheidung für die Landwirtschaft ganz klar gefallen. Ein wenig zur Überraschung seiner Eltern. "Ich komme nicht von einem Hof, aber meine Eltern, die aus Düsseldorf und Nürnberg hier hochgezogen sind, haben einen Resthof." Sein Vater habe schon immer Hühner und Schafe gehabt. "Aber die finde ich nervig. Ich mag einfach Kühe", so der 25-Jährige. "Die Arbeit mit ihnen ist einfach entspannend."

Klar, mit 16, 17 sei es so ziemlich das Coolste gewesen, eine Saison Mais zu fahren, aber als die Trecker nicht mehr so interessant waren, habe er die Lehre auf einem Milchviehbetrieb im hessischen Oberellenbach und in Börm im Kreis Schleswig-Flensburg absolviert. Als Seiteneinsteiger sei er ziemlich stolz gewesen, dass er die Berufsschule in Schleswig als Drittbester seines Jahrgangs abgeschlossen habe, gibt er ehrlich zu.

Nach der Lehre pachtete Felix 5 ha Land und baute einen Stall für seine ersten eigenen Kühe. Heute hat er drei Angler Mutterkühe mit Kälbern, die derzeit von seinen Eltern betreut werden. "Am Anfang habe ich meine Eltern ein bisschen mitgezogen", erzählt Felix, "aber inzwischen sind sie auch begeistert von den Kühen." Das sei auch wichtig, denn es gebe schon einiges an Arbeit, die sie jetzt während seines Praktikums übernähmen, weiß er die Unterstützung zu schätzen.

Inzwischen lebt er seit gut zwei Monaten bei seinen irischen Gasteltern Pauline und Thomas Casey am südöstlichen Stadtrand von Cork City. Er ist froh, dass die Chemie stimmt, denn aufgrund von Corona spielen sich alle Tage ziemlich gleich ab: mit Beans und Bacon zum Frühstück, Gemüse, Kartoffeln und Fleisch zum Mittag, Toast zum Abendbrot und der Arbeit auf dem Hof. "Leider fallen dadurch auch die Farmwalks aus, die hier sonst jede Woche stattfinden", bedauert der Landwirtschaftsstudent.

Den kompletten Beitrag lest ihr in der Bauernblattausgabe 21/2020 unter der Rubrik "Schättruum" und im digitalen Bauernblatt.

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