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Martje hat beim TOP Kurs auch viel über sich selbst gelernt. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Alles begann auf Facebook. Dort wurde Martje Matthiesen angezeigt, dass man sich für den TOP Kurs der Andreas-Hermes-Akademie bewerben könne. Sie wusste gar nicht so genau, was dieser Kurs alles beinhaltet, aber es klang spannend. Also bewarb sie sich. Es wurde mehr als spannend: Sie lernte, was frau für einen Businesstag anzieht, referierte in Berlin über den LandFrauenverband, bewährte sich beim Umgang mit Muscheln und Hummer streng nach Knigge, befragte Abgeordnete, hüllte sich bei einer Kontemplation in Weimar stundenlang in Schweigen, traf in Finnland einen Landwirt, der Kümmel anbaut, und lernte, wie komplex die Agrarpolitik in Brüssel ist, aber vor allem lernte sie eine Menge über sich selbst.

Aufgewachsen ist Martje zusammen mit ihren beiden älteren Schwestern in Satrup auf dem elterlichen Hof mit Milchvieh, Ackerbau und Biogas. Schon als Schülerin habe sie auf die Frage, was sie einmal werden wolle, gesagt "Bäuerin". Schon immer hatten es ihr die Tiere angetan und so half sie ihrem Vater Hans-Nico gern im Stall oder auf der Weide. "Aber so richtig klar, was alles dahintersteckt, dieser volle Alltag auf dem Betrieb, das habe ich erst bei der Lehre so richtig mitbekommen", erzählt sie. Bereits in der Oberstufe am Gymnasium suchte sie sich einen Lehrbetrieb. Nach dem Abi ging sie ein Jahr nach Lindau bei Gettorf zur Gravert GbR und dann zum Betrieb Carstens in Fischerhütte. "Während dieser Zeit stand dann für mich fest: Wow, das ist es", so die 23-Jährige. Jetzt studiert sie an der Fachhochschule Kiel Landwirtschaft im Bachelor.

Martje will den elterlichen Hof übernehmen. Diese Entscheidung sei für sie schon früh gefallen. "Aber ich habe noch ein bisschen Zeit, bevor ich nach Hause komme, und die will ich auf jeden Fall nutzen, um mich fortzubilden. Entweder noch den Master machen oder auf einem Betrieb als Herdenmanagerin Erfahrungen sammeln", beschreibt sie ihre Pläne.

Genau in diesen Plan passte auch der TOP Kurs, aber das ahnte Martje noch nicht so richtig, als sie in den Semesterferien im August mit großen Koffern nach Bonn reiste. "Ich habe mich ins kalte Wasser gestürzt", sagt sie. Viereinhalb Wochen tauchte sie in eine andere Welt ein. Der inzwischen 46. TOP Kurs war der erste, der nach dem Lockdown wieder stattfand, und wurde als Corona-Version erstmals im Spätsommer ohne das Highlight der Grünen Woche konzipiert. Trotzdem galt es für die Teilnehmer, zunächst eine Packliste abzuarbeiten vom Businessstyle mit Blazer und Pumps bis hin zu warmen Sachen und wetterfesten Schuhen. Letzteres habe sie dann aber nur in Finnland gebraucht, sagte Martje mit einem Lachen. Doch dazu später.

Sie hatte sich vorher lediglich ein wenig informiert und den Beitrag im Bauernblatt-Schättruum über ihre Vorgängerin Hanna Kühl gelesen. "Aber ansonsten habe ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht, sondern wollte mich auch gern überraschen lassen", erzählt die Landwirtstochter.

 

Den vollständigen Beitrag lest ihr in der Bauernblattausgabe 44/2021 unter der Rubrik "Schättruum/Landjugend" und im digitalen Bauernblatt.

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