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Leider müssen viele Pferde für den Schmied sediert werden. Mit intensivem Training wäre dies nicht notwendig.

Für das Spritzentraining staut Katharina Röpnack die Vene und drückt mit der Spritze gegen die Haut. Fotos: Lena Kriebe

Wer kennt es nicht: Der Tierarzt ist da, und das Pferd will einfach nicht stillstehen. Es zappelt, ist unruhig und reagiert unter Umständen sogar aggressiv. Im schlimmsten Fall muss der Tierarzt zu seiner eigenen Sicherheit das Pferd sedieren oder zur Nasenbremse greifen. Eine Abwärtsspirale beginnt: Der Pferdebesitzer sieht der nächsten Behandlung bereits mit Unbehagen entgegen und überträgt seine eigene Nervosität auf das Pferd. Abhilfe schafft das sogenannte Medical Training.

Pferdetrainerin Katharina Röpnack aus Tornesch, Kreis Pinneberg, absolviert gerade die Ausbildung zum Medical Trainer nach der Steigerwald-Methode. "Wir sind der erste Ausbildungsjahrgang. Die Ausbildung wurde durch die Corona-Krise etwas erschwert, weil keine Liveseminare möglich waren", erklärt sie. "So findet die Ausbildung zurzeit über neun Webinare und ein Präsenzwochenende statt. Zusätzlich treffen sich die Teilnehmer zu Onlinecoachings und können sich über eine Facebook-Gruppe austauschen."

Das erste Webinar gibt eine Einführung ins Medical Training und kann im Internet kostenlos von allen Interessierten angeschaut werden. "So kann jeder prüfen, ob ihm die Herangehensweise liegt", erklärt die Trainerin. Um ein Zertifikat zu erhalten, müssen die Teilnehmer zu jedem Webinar ein eigenes Video erstellen, auf dem der Zustand eines Pferdes vor dem Medical Training, Trainingssequenzen und der Zustand nach erfolgreich abgeschlossenem Training zu sehen sind. Katharina Röpnack gefällt dieser Schulungsablauf, der es jedem Teilnehmer erlaubt, sich sehr intensiv mit einem Thema zu befassen, bevor er mit dem nächsten Bereich startet. "Stehen mehrere Pferde für das tägliche Training zur Verfügung, kann die Ausbildung relativ schnell absolviert werden. Hat man nur ein Pferd, dauert es länger, bis man die einzelnen Ausbildungsschritte durchlaufen hat", so die Tornescherin.

Katharina Röpnack besitzt zwei eigene Pferde, ein Süddeutsches Kaltblut und ein Shetlandpony. Die beiden hatten zwar keine echte Panik vor dem Tierarzt, brachten aber schon kleine Problemchen mit. "Als Hufrehekandidat hatte Shetty Hagrid oft keine Lust mehr auf Pasten und Medikamente. Sir Quickly dagegen machte manchmal Probleme beim Spritzen. Durch seine Größe und sein Gewicht hat er dabei auch schon mal eine Nadel verbogen", berichtet sie. Obwohl beide Pferde keine gefährlichen oder aggressiven Verhaltensweisen zeigten, half das Medical Training ihnen, notwendige Behandlungen stressfreier zu erleben.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 33/2020 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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