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Verletzungen durch zu starken Sporeneinsatz müssen nicht sein und sind kein Kavaliersdelikt. Foto: Imago

Mit "Tierschutz im Stallalltag" hatte sich die Tierärztin Dr. Enrica Zumnorde-Mertens von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ein sensibles und nicht ganz einfaches Thema für ihr Onlineseminar vorgenommen. Nach einem Überblick über Gesetze, Regelwerke und Leitlinien ging sie auf Aspekte ein, die für den Tierschutz im täglichen Umgang mit dem Pferd relevant sind, und erklärte Handlungsschritte für den Fall, dass man Zeuge von Tierschutzwidrigkeiten wird.

Mit Artikel 20a ist der Tierschutz im deutschen Grundgesetz seit 2002 fest verankert und wird unter anderem mit § 1 des Tierschutzgesetzes untermauert: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen. Bei einem Verstoß gegen diesen Grundsatz liegt der Tatbestand der Tierquälerei vor."

Was das speziell für den Umgang mit Pferden und deren Nutzung bedeutet, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in seinen Leitlinien konkretisiert. Diese dienen den Behörden zur Überwachung des Tierschutzgesetzes. Die Regelwerke der FN bilden das Fundament zur Umsetzung des Tierschutzes in allen Bereichen des Pferdesports sowie in der Zucht und Haltung von Pferden.

"Dass die Vorgaben bekannt gemacht, umgesetzt und eingehalten werden, dazu kann jeder seinen Beitrag leisten", so Enrica Zumnorde-Mertens, der das Thema Tierschutz nicht nur als FN-Tierärztin, sondern auch als aktive Reiterin und Pferdebesitzerin am Herzen liegt.

Ausbilder nehmen hierbei eine Schlüsselposition ein. Als Trainer, Pferdewirte und Pferdewirtschaftsmeister haben sie sich während ihrer eigenen Ausbildung und Prüfungsvorbereitung mit dem Tierschutz in allen seinen Facetten und Bereichen auseinandergesetzt. Sie sind es, die bei der Ausübung ihres Berufs Tierschutz vorleben und ihren Kunden- Reitschülern wie Pferdebesitzern- die Grundsätze im direkten Kontakt vermitteln.

Wissen als Prävention

Je größer das Wissen zu Umgang, Haltung und Gesundheit ist, desto besser kann Tierschutz im täglichen Reiterleben praktiziert werden. Das beginnt mit der Hilfengebung, die sowohl das junge Pferd als auch der Reitanfänger erst einmal erlernen muss. Sie darf keinesfalls zu Schmerzen oder Leiden, einschließlich Schäden oder Ängsten, führen.

Gerade die Angst bestimmt beim Fluchttier Pferd viele Reaktionen. Als Reiter hat der Mensch die Aufgabe, ihm Sicherheit und Schutz zu geben. Wer versucht, Ausbildungsziele durch Zwang, Bestrafung oder Anwendung von Gewalt zu erreichen, handelt tierschutzwidrig. Dazu zählen auch emotionale Strafaktionen nach missglücktem Einsatz. "Wenn man selbst mal keinen so guten Tag hat, darf man seine Laune niemals am Tier auslassen", warnt Zumnorde-Mertens.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 20/2021 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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