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Die Familie Seraphin aus Berlin, Kreis Segeberg, züchtet Haflinger und produziert Stutenmilch. Foto: privat

Der Begriff Milch ist untrennbar mit Kühen verbunden. Familie Seraphin aus Berlin, Kreis Segeberg, zeigt, dass es auch anders gehen kann. Hier dreht sich alles um die Milch von Pferden.

Die Statistik zum Milchabsatz und -konsum in Deutschland ist eindeutig: Kuhmilch liegt unangefochten an der Spitze. Andere Milcharten, egal ob sie von Büffeln, Schafen, Ziegen oder Pferden stammen, landen auf den hinteren Plätzen.

Dass Stutenmilch hierzulande das Dasein eines Nischenprodukts mit nur kleiner Fangemeinde fristet, ist eigentlich verwunderlich. Denn schon vor rund 3.000 Jahren wusste man um ihre positiven Eigenschaften und nutzte sie als Teil der Volksmedizin. Chinesische Kaiser der Ming-Dynastie priesen sie als "göttlichen Nektar", während die alten Griechen und Römer vom "weißen Gold" sprachen. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Russland erste Stutenmilchsanatorien, die auf die gesundheitsfördernden Effekte setzten. In vielen Regionen Osteuropas und Nordasiens ist sie bis heute Bestandteil des täglichen Konsums.

Ärzte in Deutschland haben die Wirkung der Stutenmilch zwar immer mal wieder beschrieben, doch erst in den 1950er Jahren beschäftigte man sich eingehender mit ihr, auch in der Naturheilkunde. Etwa zur gleichen Zeit gründete ein deutscher Arzt, der als russischer Kriegsgefangener im Zweiten Weltkrieg Stutenmilch kennengelernt hatte, den ersten Hof zur gezielten Gewinnung.

Das Besondere am "göttlichen Nektar": Er ist der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich. Daher wird Stutenmilch in Säuglingsnahrung verwendet. Sie enthält unter anderem eine besonders wertvolle Eiweißzusammensetzung, Omega-3-Fettsäuren und viel Vitamin C. Die Milch von Pferden enthält weniger Kasein als die von Kühen, was sie leichter verdaulich macht. Ihr Laktosegehalt ist allerdings höher.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 29/2020 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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