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Man sollte immer den ganzen Pferdekörper abduschen und hinterher das Wasser gut mit dem Schweißmesser abziehen. Foto: Assia Tschernookoff

Die Pferde sind bei den Olympischen Spielen in Tokio mit ungewohnten klimatischen Bedingungen konfrontiert, können diese aber problemlos kompensieren. Foto: Imago

Wie vertragen Pferde die Sommerhitze? Dieser Frage gingen die Tierärztinnen Dr. Lisa Mihsler-Kirsch und Dr. Caroline von Reitzenstein bei einem Seminar der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) nach. Aus Sicht der Leistungsdiagnostik zeigten sie auf, wie die Spitzensportler unter den Pferden mit den klimatischen Bedingungen bei den Olympischen Spielen in Tokio zurechtkommen und welche Rückschlüsse daraus für das Training von Freizeitreitern und Amateursportlern bei heißen Temperaturen gezogen werden können.

Als Steppentier war das Pferd darauf angewiesen, hohe Temperaturschwankungen auszugleichen – von kalt in der Nacht zu heiß am Tag. Die ihm angeborene Fähigkeit der Thermoregulation kommt ihm bis heute zugute. Es kann seine Kerntemperatur zwischen 37,5 und 38,5 °C ohne zusätzliche Energie ausgleichen, denn seine thermoneutrale Zone liegt zwischen 0 und 25 °C und ist damit im Vergleich zum Menschen (25 bis 30 °C) sehr breit.

Fell und Haut sind die Hauptkomponenten, die die Abgabe von Wärme oberhalb dieses thermoneutralen Bereichs erleichtern. Im Winter dienen ein dichteres Fellkleid und größere Fettdepots dazu, Wärme zu speichern. Im Sommer wird die Wärme vor allem über die Verdunstung von Schweiß abgegeben. "Im Gegensatz zu Hund und Schwein, die Wärme fast ausschließlich über die Atmung abgeben, spielt bei Pferden das Schwitzen die größte Rolle", erklärt Dr. Lisa Mihsler-Kirsch. "Selbst im Ruhezustand geben sie je nach äußeren Bedingungen Schweiß ab." Mit der dadurch erzeugten Verdunstungskälte wird die Temperatur heruntergekühlt.

Mit trockener Hitze kommen Pferde je nach Rasse, Alter und Trainingszustand in der Regel gut zurecht, fitte und gut trainierte Pferde besser als ältere. Auch Pferde mit hohem Blutanteil wie der Araber können mit höheren Temperaturen meist besser umgehen als der Isländer. Schwüles Wetter hingegen macht Pferden mehr zu schaffen, da der Schweiß nicht verdunsten kann und dadurch die Thermoregulation behindert wird.

Das bestätigten auch die Ergebnisse eines Testevents, das im Vorfeld der ursprünglich für 2020 geplanten Olympischen Spiele in Tokio stattfand. Daran nahmen neben weiteren Nationen auch drei Pferde und Reiter aus Deutschland teil. Die FN-Tierärztin Dr. Caroline von Reitzenstein begleitete sie.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 30/2021 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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