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Nicht nach Maß angefertigt, aber von Karl-Friedrich von Holleuffer passend gemacht: Mit dem neuen Geschirr kann das Pony die neue Kutsche gut ziehen. Foto: Johanna Günther

Richtiges Fahren will gelernt sein. Auch langjährige Reiter fangen bei null an, wenn sie die Leinen in die Hand nehmen. Das richtige Equipment und korrektes An- beziehungsweise Ausspannen, die Hilfen beim Fahren sowie die Straßenverkehrsordnung und der Tierschutz – das alles sind Themen, mit denen sich ein Fahrer auskennen sollte.

"Fahren – das kann ja nicht so schwer sein", so dachte ich bis vor Kurzem. Mit fast vier Jahrzehnten Pferdeerfahrung und zumindest auf dem Pferd etwa auf L-Niveau unterwegs, konnte ich mir nicht vorstellen, dass Fahren eine Herausforderung sein könnte. Lange interessierte es mich schlichtweg auch nicht. Für mich stand beim Reiten immer der sportliche Aspekt im Vordergrund.

Aber mit der Zeit und neuen Rahmenbedingungen änderten sich die Dinge. Für die Kinder zogen vor ein paar Jahren zwei Shettys bei uns ein. Definitiv keine Ponys, auf die ich mich setzen könnte. Doch schnell war mir klar, dass der Jüngere der beiden sich langweilte. Er hatte richtig Lust, etwas zu unternehmen und zu lernen. Mit zwei sehr kleinen und leider auch nur mittelmäßig interessierten Jungs an meiner Seite dem Pony Zirkuslektionen beizubringen, gestaltete sich schwierig. Erst einmal lernte es, an der Longe zu laufen. Doch das war ihm und mir zu langweilig. Eine Kutsche sollte her – das würde auch den Kindern Spaß machen.

Im Internet waren schnell ein Gefährt und ein gebrauchtes Geschirr erworben. Ehrlich gesagt, achtete ich dabei vor allem auf den Preis beziehungsweise die Nutzbarkeit für uns. Die Kutsche hatte eine große Ladefläche – da würden auch die Freunde meiner Kinder mit draufpassen. Das Pony zeigte sich glücklicherweise sehr lernwillig und machte alles brav mit. Schon bald fuhren wir unsere ersten Runden an den Feldern vorbei. Und es war herrlich.

Doch für mich hatte das Anspannen größere Fragen aufgeworfen. Wo gehörten eigentlich alle diese Riemen hin und wie sollte das Hintergeschirr sitzen? Mir wurde klar, dass das alles nicht so richtig passte. Eine ausgiebige Internetrecherche brachte mich auch nicht viel weiter. So einfach war das alles wohl doch nicht.

Also musste Hilfe her. Die fand ich bei Karl-Friedrich von Holleuffer aus Neumünster. Holli – wie ihn alle nennen – ist unter den Fahrern in Schleswig-Holstein weithin bekannt. In seinen 40 Jahren als Fahrlehrer bildete er unzählige Menschen an den Leinen aus. Ich schickte ihm ein Bild von meinem Pony im Geschirr und fragte, ob er mir helfen könnte, das richtig einzustellen. "Ich komme morgen um 10 Uhr", war seine Antwort. "Oh nein. So schlimm war das also, was ich da als Anspannen bezeichnet hatte?", schämte ich mich.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 23/2021 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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