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Hufrehe im Frühjahr ist gefürchtet – Schuld daran ist aber nicht das Eiweiß im Gras. Foto: Sven und Peggy Morell

Gerüchte rund um das Thema Weide gibt es viele, einige von ihnen halten sich hartnäckig: Sollten rehegefährdete Pferde am besten auf abgegrasten Weiden stehen? Meiden Pferde Giftpflanzen von sich aus? Sieben Weidemythen im Check.

Mythos Nummer 1: "Eiweißreiches Gras im Frühjahr verursacht Hufrehe."

Falsch! Es stimmt, dass im jungen Gras reichlich Eiweiß steckt. Je nach Dauer des täglichen Weidegangs droht eine Überversorgung. Immerhin vertilgt ein 600 kg schweres Warmblut bei ausschließlicher Weidehaltung täglich bis zu 60 kg Gras. Dabei würde es gut 1.300 g umsetzbares Rohprotein zu sich nehmen. Das entspricht in etwa dem Doppelten des Bedarfs bei mittlerer Arbeitsleistung. Demnach nimmt ein Pferd mit dem Gras in der Regel deutlich zu viel Eiweiß auf. Störungen der Verdauung und des Mineralstoffhaushaltes sind mögliche Folgen.

Zu viel Eiweiß ist also nicht gut für Pferde. Ursächlich für die schmerzhafte und langwierige Hufrehe-Erkrankung ist aber meist ein Zuviel an Kohlenhydraten. Diese kommen in der Pferdefütterung hauptsächlich in Form von Fruktanen im Gras und als Stärke im Getreide vor. Fressen Pferde zu große Mengen dieser Mehrfachzucker, entsteht im Dickdarm vermehrt Milchsäure, wodurch unzählige "gute" Darmbakterien absterben. Die dabei entstehenden Toxine können in die Blutbahn gelangen und die gefürchtete Hufrehe auslösen.

Die weiteren Mythen finden Sie in der Bauernblattausgabe 27/2020 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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