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Weidegang in der Herde ist Balsam für die Pferdeseele. Foto: Kaja Jürgens

Weidezeit bedeutet für das Pferd, mit den besten Kumpels um die Wette zu laufen, die Nase ins satte Grün zu stecken und die ersten warmen Sonnenstrahlen für ein Schläfchen zu nutzen. Das ist Balsam für die Pferdeseele, doch manchmal schadet der Weidegang der Gesundheit des Tieres. Als selbstständige Futterberaterin setzt Sonja Witschel auf individuelle Fütterung – insbesondere bei wiederkehrenden gesundheitlichen Problemen.

Die Neumünsteranerin arbeitet vorwiegend auf Basis der orthomolekularen Medizin, in der Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zur Vermeidung und Behandlung von Krankheiten eingesetzt werden. "Dabei wird davon ausgegangen, dass nahezu alle Krankheiten aus einem Mangel entstehen und das Pferd nur gesund bleiben kann, wenn alle Stoffe, welche die Körperfunktionen aufrechterhalten, ausgewogen im Futter vorhanden sind. Die Weidesaison stellt hier eine besondere Herausforderung dar, weil sich der Futtergehalt der Gräser über die Dauer der Weidezeit extrem verändert", berichtet sie.

Die Futterberaterin hält sich an eine kaum noch bekannte Bauernregel, die besagt, dass der richtige Zeitpunkt zum Anweiden gekommen ist, sobald sich die Löwenzahnblüte in eine Pusteblume verwandelt. Je nach Trockenheit und Temperaturlage variiert dieser Zeitpunkt jedes Jahr.

Genau wie andere Experten empfiehlt Sonja Witschel, die Weidedauer nur in kleinen Schritten zu erhöhen: "Die Darmflora braucht ungefähr 14 bis 28 Tage, um sich auf die neue Futterart einzustellen. Ich beginne mit 15 Minuten. Ist das Gras bereits ordentlich aufgewachsen, nimmt das Pferd in dieser Zeit fast 1,5 Kilogramm Gras auf. Daher wirken 15 Minuten Weidezeit zu Beginn schon sehr intensiv. In einer Stunde frisst ein Großpferd später fünf bis sieben Kilogramm Gras", erklärt sie. "Shetlandponys nehmen im Verhältnis zu ihrer Größe mehr Gras auf. Ihre Kauleiste ist im Verhältnis zum Kopf viel größer als dies bei einem Warmblüter der Fall ist. Aus diesem Grund ist beim Anweiden von Shettys besondere Vorsicht geboten."

Wie schnell die Weidezeit gesteigert werden kann, hängt nach Ansicht von Sonja Witschel von den Faktoren Training, Alter, Geschlecht und Hufsituation, dem derzeitigen Gesundheitszustand sowie eventuell bestehenden Vorerkrankungen ab. Wie allgemein bekannt ist, müssen Hufrehekandidaten, Ekzemer und insulinresistente Pferde besonders vorsichtig an das junge Weidegrün gewöhnt werden.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 19/2020 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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