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Bei den Warmblütern wurden 2020 exakt so viele Fohlen registriert wie im Jahr zuvor. Foto: Imago

Anders als im Sport gab es in der deutschen Pferdezucht 2020 nur geringe Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bei den Gesamtzahlen über alle Rassen hinweg gab es sogar einen Zuwachs, der allerdings zumindest teilweise auf ein neues Datensystem zurückzuführen ist.

"Erfreulicherweise musste die Pferdezucht 2020 trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nur ein leichtes Minus im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Bei den deutschen Reitpferdepopulationen konnten sogar etwas mehr Stuten neu aufgenommen werden. Aber es ist natürlich noch nicht abzusehen, wie sich die Folgen der Pandemie langfristig auf den Markt und damit auch auf die Pferdezucht auswirken werden", sagt Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer des Bereichs Zucht der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Der deutschen Warmblutzucht bescherte die Corona-Pandemie einen Rückgang der eingetragenen Zuchtstuten um 1,2 %, wobei die Zahl der neu ins Zuchtbuch aufgenommenen Stuten leicht stieg. Die Zahl der Bedeckungen lag 2020 allerdings erstmals wieder unter der 30.000er Marke. Es wurden 25.709 Warmblutfohlen registriert, exakt so viele wie im Vorjahr. "Das ist wirklich Zufall. Die Entwicklungen in den Zuchtverbänden sind unterschiedlich, nur kommt bei den Warmblütern am Ende dieselbe Summe an registrierten Fohlen heraus", erklärt Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin im FN-Bereich Zucht.

In den Warmblutzuchten stieg im vergangenen Jahr die Zahl der Vererber minimal an. Zur Hengstleistungsprüfung (HLP) für Reitpferde traten 384 Hengste an, das sind 55 weniger als im Vorjahr. Dabei wurden bei den Sportprüfungen 155 Teilnehmer und in den 14-tägigen Veranlagungsprüfungen 102 Teilnehmer gezählt. Deutlich gestiegen ist die Zahl derjenigen, die sich der 50-tägigen Hengstleistungsprüfung stellten: 127 Teilnehmer statt 75.

Weniger Kaltblutfohlen geboren

"Dies hängt stark mit den notwendigen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zusammen. Die ersten Sportprüfungen konnten zwar wie geplant stattfinden, nach dem ersten Lockdown mussten aber die Sport- und Veranlagungsprüfungen für Hengste im März und April abgesagt werden", erläutert Miesner. "Deswegen kam es zum Sonderbeschluss der Zuchtverbände, der für 2020 eine vorläufige Eintragung ins Hengstbuch I vorsah, auch ohne das Erbringen der eigentlich notwendigen HLP-Nachweise. Da dies jedoch keinen generellen Erlass der Hengstleistungsprüfung bedeutete, wurden im September Nachholtermine angeboten, die sich guter Nachfrage erfreuten. Viele Hengsthalter gingen am Ende des Jahres darüber hinaus anscheinend auf Nummer sicher, indem sie die 50-tägige HLP zur endgültigen Eintragung ihrer Hengste nutzten."

Die Entwicklung der Kaltblutzucht folgt der Tendenz bei den Reitpferden. Auch hier stand ein Zuwachs an neu eingetragenen Zuchtstuten einem Rückgang an registrierten Stuten insgesamt gegenüber. Auch in diesem Bereich war die Zahl der Bedeckungen leicht rückläufig, ebenso die Zahl der registrierten Fohlen.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 14/2021 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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