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Pferde nutzen ihren Geschmackssinn, um zwischen sicherem und unsicherem Futter zu unterscheiden. Foto: Angelika Schmelzer

Der Geschmackssinn hat für das Pferd einen unschätzbaren Wert: Er hilft ihm, das gewohnte Futter von potenziell gefährlichen Pflanzen zu unterscheiden. Kräuter mit gesundheitsfördernder Wirkung schmecken vielen Pferden besonders gut.

"Wenn sie null geht, kriegt sie eine Mango", sagt Springreiterin und Weltmeisterin Simone Blum über ihr Pferd Alice. Ein Pferd, das Mangos liebt? Ja, das gibt es, denn Pferde bevorzugen oder verachten zum Teil ganz unterschiedliche Futtermittel. Ähnlich wie Menschen können sie also durchaus Lieblingsfutter haben. Ob dies Mangos, Bananen oder Möhren sind, hängt vom jeweiligen Pferd und seinem Geschmackssinn ab.

Das Schmecken erfolgt wie beim Menschen über die Geschmacksknospen und die Geschmackspapillen der Zunge. Diese Nervenenden liegen in der Schleimhaut der Zunge sowie im Zungengrund. Über die Gesichtsnerven sowie den Zungen-Rachen-Nerv sind sie mit dem Gehirn verbunden. In verschiedenen Bereichen der Zunge wird der Geschmack auf unterschiedliche Art und Weise wahrgenommen.

Während viele Menschen Bitterstoffe als unangenehm empfinden, haben die meisten Pferde sogar eine Vorliebe dafür. Das liegt wohl daran, dass Kräuter, die Bitterstoffe enthalten, meist eine gesundheitsfördernde Wirkung haben und von Pferden daher instinktiv als wohlschmeckend eingeordnet werden. Auch wurde beobachtet, dass die meisten Pferde warmes Futter, zum Beispiel Mash, sehr gern verspeisen. Ob die warme Mahlzeit einen positiven Effekt auf den Verdauungstrakt und dadurch eine direkte gesundheitliche Wirkung hat, ist umstritten. Allerdings konnte klar belegt werden, dass die Pferde durch warmes Mash zum Fressen angeregt werden. Gerade bei Erkrankungen, die mit Lustlosigkeit beim Fressen einhergehen, ist dies von unschätzbarem Wert.

Im Rahmen von Forschungsprojekten an wilden und halbwilden Pferden wurde untersucht, welche Unterschiede es unter den Pferden bezüglich der geschmacklichen Vorlieben gibt. Es wurde festgestellt, dass wilde Pferde keine ihnen unbekannten Futtermittel anrühren, auch dann nicht, wenn diese ihnen von Menschen dargereicht werden oder das Futterangebot auf ihren gewohnten Wiesen sehr karg ist. Dieses Verhalten dient dem Schutz des Pferdes, denn so frisst es nichts Gefährliches und wird zugleich vor plötzlichen Futterveränderungen bewahrt, die sein Verdauungssystem überfordern würden.

 

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 7/2021 unter der Rubrik "Pferd & Reiter" und im digitalen Bauernblatt.

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