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Im Sport gilt nun 2G. Ausnahmen gibt es für die Versorgung von Pferden. Hier werden Ungeimpfte mit Test nicht ausgeschlossen. Foto: Lena Höfer

Die Regierungschefs des Bundes und der Länder haben erneut Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus beschlossen, die auch den Reitsport und die Pferdehaltung betreffen. Die Umsetzung in der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung in Schleswig-Holstein berücksichtigt glücklicherweise das Tierwohl und die Versorgung von Pferden.

In der Ministerpräsidentenkonferenz wurde unter anderem beschlossen, dass am Arbeitsplatz die 3G-Regelung gilt. Das betrifft natürlich auch Pferdebetriebe. Demnach müssen hier alle geimpft, genesen oder getestet sein.

Beschränkungen des Zugangs zu Sportveranstaltungen und zur Sportausübung sind nun an bestimmte Schwellenwerte beziehungsweise an die sogenannte Hospitalisierungsrate gebunden. Wird in einem Bundesland der Schwellenwert 3 erreicht, gilt im Sport- und Freizeitbereich die 2G-Regelung. In Schleswig-Holstein lag dieser Wert bereits am Freitag, 19. November, bei 3,23.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) äußerte die Sorge, dass die Bundesländer diese Regelung in ihren Verordnungen ohne Berücksichtigung des Tierwohls umsetzen könnten. "Sollte es keine Ausnahmen geben", so die Bedenken der FN, "wäre zu befürchten, dass Vereine und Betriebe die Versorgung und Bewegung der Pferde von ungeimpften Einstellern übernehmen müssen."

Diese Sorge teilte auch Matthias Karstens. Der Geschäftsführer des Pferdesportverbandes Schleswig-Holstein stand daher schon vor der Ministerpräsidentenkonferenz im Kontakt mit dem Innenministerium. Nun hat sich Erleichterung eingestellt, denn in der einige Tage später veröffentlichten Corona-Bekämpfungsverordnung wird ausdrücklich auf das Tierwohl eingegangen. "Die zuständigen Mitarbeiter aus dem Ressort Sport haben sich hier sehr für uns eingesetzt und wir freuen uns, dass die Gespräche zu diesem Ergebnis geführt haben", berichtet Karstens.

Zwar gilt bei der Sportausübung in Innenbereichen, und somit nach wie vor auch in Reithallen, die 2G-Regelung. Demnach müssen Erwachsene für die Sportausübung in Innenräumen geimpft oder genesen sein. Ein Test ist nur ausreichend für Menschen, die nicht geimpft werden können oder für die keine Impfempfehlung vorliegt. Minderjährige, die nach wie vor zweimal pro Woche in der Schule getestet werden, bekommen dort einen Nachweis über ihre Teilnahme am Testprogramm, mit dem sie ebenfalls zum Sport zugelassen werden dürfen. Kinder bis zur Einschulung können nach wie vor ungetestet am Sport in Innenräumen teilnehmen.

Doch in der Verordnung steht weiter geschrieben: "Eine Ausnahme gilt, wenn der Sport für das Tierwohl geboten ist (zum Beispiel Bewegung von Pferden)." In diesem Fall dürfen auch getestete Personen Zutritt zu der Reitanlage erhalten. In der Ersatzverkündung von Sonnabend, 20. November, wird dies noch etwas genauer definiert: Demnach dürfen auch Personen zur Sportausübung oder -anleitung eingelassen werden, die im Sinne von § 2 Nummer 6 Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) getestet sind, wenn die Sportausübung zu beruflichen Zwecken erfolgt oder für das Tierwohl unerlässlich ist. Eine getestete Person wird hier als asymptomatische Person definiert, die entweder das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder im Besitz eines auf sie ausgestellten Testnachweises ist. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass etwa bei der Pferdehaltung ein ausreichender täglicher Bewegungsauslauf als notwendig erachtet wird.

"Es kann auch im Stall vor den Augen des Kontrolleurs, also des Stallbesitzers, ein Antigentest gemacht werden", sagt Karstens. Bisher galt ansonsten, dass ein Antigentest höchstens 24 Stunden alt sein darf und ein PCR-Test höchstens 48 Stunden alt. Die 3G-Regelung gilt auch für den Berufssport. Für Turniere mit Amateuren hingegen gilt nun eindeutig eine 2G-Regelung.

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