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Besonnenheit und eine Portion Gelassenheit könnten gute Begleiter für das Jahr 2020 sein. Foto: H. Dietrich Habbe

Das vergangene Jahr ist zum Glück mit etwas stabileren Preisen für Getreide und Ölsaaten zu Ende gegangen, und die Schweinehalter konnten sich auch endlich über eine positive Preisentwicklung freuen. Damit ist eine Hoffnung, die im vorigen Jahr um diese Zeit ausgesprochen wurde, eingetreten. Doch müssen die Schweinehalter das Risiko der Afrikanischen Schweinepest fürchten. In vielen Regionen hatten die Ackerbau- und Futterbaubetriebe wieder mit Trockenheit und Hitze zu kämpfen. Das war nach 2017 und 2018 das dritte aufeinander folgende Jahr mit extremen Wetterbedingungen.

Extreme brachte auch die Politik hervor – in beide Richtungen. Für das auskömmliche Miteinander zwischen Weidetieren und Wölfen hatte man mehr erwartet. An Reglementierungen und Einschneidungen, die angekündigt und/oder bereits beschlossen wurden, war das zu Ende gegangene Jahr kaum zu übertreffen. Die EU-Kommission arbeitet weiter an der Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die neue Periode. Die Bundesregierung und allen voran die Ministerien für Landwirtschaft und Umwelt haben Einiges aufgefahren, um Tierhaltung und Ackerbau nach ihrer Auffassung nachhaltigkeitstauglich zu machen. Defizite in Klimaschutz und Gewässerschutz wurden in hohem Maß in der Verantwortung der Bauern abgeladen. Im neuen Jahr wird einiges zu meistern sein, um die Vorstellungen der Politik umzusetzen.

Die Landwirte wurden im vorigen Jahr oft an den Rand der Gesellschaft gedrückt. Man konnte den Eindruck gewinnen, das Verständnis und die Dialogbereitschaft zwischen Gesellschaft, Landwirtschaft und Politik hätten argen Schaden genommen. Das vermittelte auch manche Darstellung über Landwirtschaft in den Medien, Sozialen Netzwerken und nicht zuletzt die persönlichen Erfahrungen vieler Landwirtsfamilien. Im Herbst ist das Fass übergelaufen und hat zu den größten Bauerndemonstrationen landesweit geführt, die man seit Langem in Deutschland gesehen hat. Hier hat die Branche, die zuweilen auch in der Lage ist, sich gegenseitig auszuspielen, einen enormen Zusammenhalt gezeigt, der Aufmerksamkeit bis ins Kanzleramt erregt hat. Es ist ein großes Wirgefühl entstanden. Dieses Wirgefühl braucht noch mehr konkrete Inhalte und Angebote. Dazu findet bereits am kommenden Mittwoch in Rendsburg das Zukunftsforum Landwirtschaft statt – als Standortbestimmung für die gesamte Branche. In der Diskussion um den Berufsstand und die Umsetzung der gemeinsamen Herausforderungen mit Gesellschaft und Politik wird den Landwirten in Zukunft Zusammenhalt abverlangt werden, und man sollte zeigen, dass nicht nur Hektare zählen, sondern jeder Betrieb zählt.

Die Erfahrungen aus dem "Herbst der Trecker" sollten die Courage und den Sinn für die Gemeinschaft für das neue Jahr stärken, um die Herausforderungen anzunehmen. Besonnenheit und eine Portion Gelassenheit könnten neben der Liebe für die Landwirtschaft gute Begleiter sein.

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