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Das Corona-Virus hat Deutschland fest im Griff und ändert manche Sichtweise. Foto: pixabay

Mechthilde Becker-Weigel Foto: Archiv

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30. Januar 2020 festgestellt, dass es sich bei den Infektionen durch das neuartige Corona-Virus in China um eine "gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" handelt. Zu diesem Zeitpunkt war das Virus bereits hier angekommen. Das neue Corona-Virus Sars-CoV-2 wurde im Dezember erstmals in China entdeckt und hat sich seitdem über den Globus verbreitet.

Am 28. Januar wurde der erste Fall in Deutschland publik. Bundesweit gibt es 12.156 bestätigte Infizierte, so der Stand am Mittwoch um 20 Uhr. 28 Personen sind verstorben. Die verhängten Notmaßnahmen bedeuten für jeden in dieser Zeit persönliche Einschränkungen. Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen bestehen auch für die Landwirtschaft (siehe Seite 10 und 11). Der Bauernverband Schleswig-Holstein, das Landwirtschaftsministerium (Melund), das Robert-Koch-Institut (RKI) und zahlreiche Organisationen informieren dazu auf ihren Webseiten.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Fernsehansprache am Mittwoch an unsere Disziplin appelliert. Es komme auf jeden einzelnen an, und es sei existenziell, das öffentliche Leben, so weit es geht, herunterzufahren. Die Bauernblattredaktion hat das bereits am Montag praktiziert. Redakteure, Grafiker, Bildbearbeiter, Assistenten und Anzeigenfachleute sind bis auf drei Kollegen mit ihren Computern für unbestimmte Zeit ins Homeoffice umgezogen (siehe Kasten Seite 7). Die Landwirte können das nicht. Sie werden gebraucht im Stall und auf dem Feld. Die gesamte Gesellschaft spürt jetzt, wie wichtig und existenziell die Branche ist. Aktuell sind keine Versorgungsengpässe zu erkennen. Ziel ist es, Einschränkungen bei der Erzeugung und Ablieferung von Lebensmitteln zu vermeiden, um die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten. In diesem Sinne ist die Landwirtschaft systemrelevant, und die Betriebe stehen vor vielen Fragen und Herausforderungen.

Die leeren Supermarktregale, die wir bisher gesehen haben, haben noch nichts mit Versorgungsengpässen zu tun. Das waren Hamsterkäufe und logistische Nachschubthemen, unter anderem für Nudeln und Toilettenpapier. Das könnte sich aber ändern, wenn in der Landwirtschaft das Personal fehlt, sei es wegen Einreisebestimmungen für Saisonarbeitskräfte oder weil sich auch Landwirte infizieren. Diese Unsicherheiten treffen für die gesamte Ernährungsbranche zu, in die die Landwirtschaft fest eingebunden ist. Denn der Landwirt kann den Verbrauchern nicht einfach ein Rind in den Supermarkt stellen, um die Hackfleischnachfrage zu decken.

Manche Wahrnehmung ändert sich. Es wird auf einmal wie selbstverständlich über Ernährungssicherung und Systemrelevanz der Landwirtschaft gesprochen. In dieser Katastrophe wird aus der gesellschaftlichen Randfigur von gestern, die unbedacht und leichtfertig als Tierquäler, Bodenvergifter und Klimazerstörer in die Ecke gestellt wurde, der Nahrungsmittelproduzent und Landwirt aus der Nachbarschaft.

Bleiben Sie gesund!

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