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Die Rendsburger Nordmarkhalle, im Volksmund auch Bullentempel genannt, wurde 1913 als städtische Viehauktionshalle eingeweiht. Foto: H. Dietrich Habbe

Volles Haus in der Rendsburger Nordmarkhalle am Mittwoch, an dem Ort, wo am
22. Oktober die erste große Bauerndemonstration mit Tausenden Teilnehmern aus ganz Schleswig-Holstein stattgefunden hat. Die Bauernverbände Schleswig-Holstein (BVSH) und Hamburg (BVHH) und der Verein Land schafft Verbindung (LsV) haben gemeinsam zum Zukunftsforum Landwirtschaft eingeladen, und 1.100 Landwirte aus dem ganzen Land sind gekommen. Sie haben den Arbeitsauftrag ernst genommen, den Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel (CDU) anlässlich des Agrargipfels am 2. Dezember dem Deutschen Bauernverband (DVB) und Land schafft Verbindung (LsV) erteilt hat.

Bis Februar soll ein Konzept für eine "Zukunftskommission Landwirtschaft" erarbeitet werden. Diese soll unter Mitarbeit von Praktikern, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Akteuren praxistaugliche Wege für eine produktive und ressourcenschonende Landwirtschaft aufzeigen. Es gab wirklich etwas zu tun im Bullentempel. Denn jeder war aufgerufen, seine Meinung und Vorstellungen zur zukünftigen Entwicklung der Landwirtschaft vorzubringen. Diese Aufgabe und die Zusammensetzung der Gastgeberorganisationen hätte nach Ansicht einiger Besucher auch Potenzial bergen können, dass es zu hitzigen Diskussionen und Wortgefechten kommen könnte. Davon keine Spur, sachliche Diskussion beherrschte das Forum.

Wie ernst die Landwirte den Auftrag und das Zukunftsforum Landwirtschaft nehmen, machten sie schon dadurch deutlich, dass die Halle bis auf den letzten Platz besetzt war, und durch ihre exzellente Vorbereitung der Wortbeiträge und deren deutliche Artikulation. So musste sich zum Beispiel Dirk Andresen (LsV) fragen lassen: "Wo sind eure Vorschläge? Sagt es ganz konkret", und Werner Schwarz (BVSH) wurde gefragt: "Wo war der Bauernverband?" Die großen Themen lagen auf der Hand: die politische und gesellschaftliche Akzeptanz des Berufsstandes, dazu Umwelt-, Klima-, Insekten- und Gewässerschutz. Das konnte auch nicht anders sein. Daneben bewegten sich die Beiträge um Wertschöpfung, Naturschutz als Dienstleistung bis hin zum Ordnungsrecht.

Eines hat die Veranstaltung gezeigt: Demo und Krawall waren gestern. Die Bauern wollen den Dialog und nehmen das Diskussionsangebot und den Auftrag, zur Bildung der Zukunftskommission beizutragen, ernst. Sie sind nicht nur bereit, sich der politischen Diskussion zu stellen und Zukunft zu gestalten. Sie wollen aktiv beteiligt werden. Jetzt liegt der Ball wieder in Berlin.

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