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Zwölf der 14 Tanzpaare vor der Tanzlocation der Landjugend Neustadt, dem Speicher der Familie de la Motte in Krummbek. Foto: Isabell Einfeldt

Der Kurs sollte mit Carina Fronzeck aus Hamburg stattfinden, die solche Knotentanzkurse anbietet. Die Vorfreude wuchs stetig, aber es wurde auch überlegt, wie man den vierstündigen Kurs am besten überstand, ohne am nächsten Tag bei jeder Bewegung Muskelkater zu spüren. Ehrfurcht war also nicht zu knapp vorhanden. Carina gab per Mail noch Informationen bezüglich des passenden Schuhwerks (mit glatter Sohle) und weiterer Accessoires wie eines Schals durch.

Mitte März – noch gerade vor dem Verbot aller Versammlungen wegen der Corona-Krise – trafen sich 14 Paare auf dem Speicher von Familie de la Motte in Krummbek zu dem Kurs. Carina und der Vorstand besprachen zunächst, was die meisten schon können – wir hatten Videos vom "normalen Tanzkurs". Carina staunte, was sie da zu sehen bekam. "Das ist ja teilweise schon Knotentanz", überlegte sie. "Sagt Bescheid, wenn ihr eine Figur schon kennt, dann lassen wir sie aus", schlug sie vor.

Zuerst lernten wir Grundschwung und Platzwechsel. "Beim Knotentanz spielt sich alles obenrum ab, und unten passiert wenig. Im Klartext: Unten ist weniger mehr!", machte Carina klar. Das sorgte für herzliches Lachen. Nachdem der Grundschwung saß, ging es zum sogenannten Ludwig. Ja, wir mussten Vokabeln lernen, jede Figur hatte einen eigenen Namen. Übrigens: Beim Ludwig dreht die Frau kontinuierlich um den Mann, und bei jeder halben Umdrehung wird abgeklatscht. Klang fast schon wie Applaus auf dem Speicher. Eine Frage kam auf: "Wird euch auch so schwindlig?" Als Antwort Gelächter – also ja!

Weiter ging es mit dem Hubschrauber, dann mit dem Durchzieher. Das war die erste große Figur, angefangen mit In-die-Knie-Gehen, der Mann steht wieder auf und dreht sich mit einem Bein über die Frau, zieht sie zwischen seinen Beinen nach vorne durch und dann hoch. "Tanzen ist ernst zu nehmender Sport!", waren sich alle einig. Anfangs noch etwas zögernd wurde diese Figur mit Wiederholungen immer flüssiger.

Das Nächste waren die Gordis. Man unterscheidet Eingangs-, Überkopf-, Abstoß- und Endlosgordi – alles in allem unendlich viele aneinandergereihte Drehungen mit mal weniger, mal mehr Knotensalat in den Händen. Darauf folgte der Jojo mit anschließender Fallfigur – da war sehr viel Vertrauen der Damen zu ihren Partnern gefragt. Das hatten auch alle, und es ging keine zu Boden.

Dann kam nach einer Pause der Herrentaucher mit Sprung. "Endlich müsst auch ihr mal richtig was tun", waren sich die Mädels einig und schmunzelten über die teilweise wenig amüsierten Gesichter der Männer. Den Herrentaucher gibt es mit oder ohne Sprung, wir sollten den mit Sprung lernen. Da ist es von Vorteil, wenn die Herren der Schöpfung richtig springen können! Also gab es vorweg einen Exkurs zu den Bewegungsabläufen und dem richtigen hohen Springen. Danach konnte auch endlich die Figur vollständig getanzt werden.

Inzwischen waren schon drei der vier Stunden des Kurses vorbei, und die ersten Paare schwächelten und setzten immer mal wieder aus. Zu den letzten beiden Figuren, dem Don Juan und dem dreifachen Anspringer, konnten sich aber doch alle noch mal aufraffen. Beim Don Juan handelt es sich um eine andere Schrittfolge als beim Jojo, aber auch er endet in einer Fallfigur. Beim dreifachen Anspringer springt die Dame – wie der Name schon sagt – den Herren an, erst gerade auf die Hüfte, dann schwingt sie sich nach links und dann nach rechts.

Wir waren begeistert von allem, was uns in der kurzen Zeit beigebracht wurde, und vor allem darüber, mit wie wenig Aufwand man auf der Tanzfläche spektakulär aussehen kann. Die nächsten Scheunenfeten und ihre Tanzflächen können kommen –hoffentlich bald nach der Corona-Krise!

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