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In der Diskussion zeigten sich alle teilnehmenden Junglandwirte bereit, für mehr Tierwohl zu investieren, wenn die Finanzierung stehe. Foto: ljv

"Der Markt regelt das Tierwohl?!" – mit dieser Aussage beschäftigten sich die Teilnehmenden des digitalen Bundesarbeitskreises Agrarpolitik der Landjugend. Gemeinsam diskutierten die Teilnehmenden die Ergebnisse der Borchert-Kommission und prüften diese auf Praxistauglichkeit.

Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung des Bundeslandwirtschaftsministeriums hatte bereits im vorigen Jahr einen ersten Entwurf zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland vorgelegt. Prof. Harald Grethe, Leiter des Fachgebiets Internationaler Agrarhandel und Entwicklung an der Humboldt-Universität zu Berlin, erläuterte den Teilnehmenden des Arbeitskreises zunächst das Vorgehen der Borchert-Kommission. Dabei wurde klar, dass ein Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland hinsichtlich Tierwohl und Klimaschutz unumgänglich ist.

Als Professor der Ökonomie stellte Grethe dar, dass es für den Umbau der Nutztierhaltung zwei gesellschaftliche Möglichkeiten gebe. Möglichkeit eins sei, dass die zunehmende gesellschaftliche Nachfrage nach mehr Tierwohl durch höhere Preise zu mehr Tierwohl führe. Aufgrund des Consumer-Citizen-Gap, der die Kluft zwischen dem, was Verbraucher bei Umfragen angeben, und dem, wie sie an der Ladentheke entscheiden, zeigt, sei eine Finanzierung von mehr Tierwohl hierdurch nicht möglich. Die zweite Möglichkeit entspricht der der Borchert-Kommission: ein regulierter Umbau der Tierhaltung, der staatlich gesteuert und finanziert ist.

In der Diskussion wurde schnell klar, dass alle teilnehmenden Junglandwirte bereit sind, für mehr Tierwohl zu investieren, wenn die Finanzierung stegt. Prof. Grethe stellt klar, dass bundesweit für mehr Tierwohl jährlich 3 bis 5 Mrd. € gebraucht würden, zirka 50 € pro Person und Jahr. Auch präsentierte Grethe dem Arbeitskreis, dass die Mehrkosten für einen höheren Tierwohlstandard nur zu 10 bis 20 % Mehrkosten in den Investitionskosten zustande kommen, stattdessen mache der erhebliche Mehraufwand an Arbeitserledigungskosten (zirka 40 bis 50 %) einen deutlichen Anteil an den Tierwohlkosten aus.

 

Den kompletten Beitrag findest du in der Bauernblattausgabe 13/2021 unter der Rubrik "Landjugend" und im digitalen Bauernblatt.

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