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Tajo Lass weiß nach seinem Einsatz, dass noch immer viel Hilfe gebraucht wird, und ermuntert jeden, weiter zu spenden. Foto: Privat

Eine Woche lang war Tajo Lass aus Böhnhusen nach der Flutkatastrophe Ende Juli als Feuerwehrmann im Ahrtal im Einsatz. Die Bilder in den Nachrichten zu sehen oder selbst vor Ort zu sein, sei etwas ganz anderes, sagt der 21-Jährige. Der zweite stellvertretende Vorsitzende des Laju-Landesvorstandes hat seitdem großen Respekt vor den Menschen, die dort oft vor dem Nichts, mitten in Schlamm und vor Ruinen stehen und trotzdem nicht den Mut verlieren.

Als die Nachrichten aus dem Katastrophengebiet kamen, war Tajo sofort bereit, mit ins Ahrtal zu fahren, wenn Hilfe von den Feuerwehren aus Schleswig-Holstein angefordert würde. Als dann die erste Gruppe der Wehren aus dem Amt Flintbek abgelöst werden sollte, sprach der Zimmermann mit seinem Chef. Der sagte sofort: "Klar, fahr da runter." So saß Tajo am 24. Juli zusammen mit acht weiteren Feuerwehrleuten aus dem Amt Flintbek im Bus in Richtung Rheinland-Pfalz zu einem Stützpunkt, der rund um eine Schule anderthalb Stunden vom Katastrophengebiet entfernt eingerichtet wurde. Dort auf dem Parkplatz stand auch das ganze Kontingent der Einsatzfahrzeuge aus Schleswig-Holstein. Nach der Ankunft in der Nacht ging es am nächsten Tag das erste Mal nach Ahrweiler. "Was wir dort zu sehen bekamen, kann man sich nicht vorstellen. Überall Verwüstung und Zerstörung. Dazwischen Menschen zwischen Schutthaufen und eingestürzten Häusern, schlammverschmiert beim Kellerausschippen", so Tajo. "Und dann noch diese Gerüche – eine Mischung aus allem, Müll, Fäkalien, Staub."

Teddybär in der Tiefgarage

Dann war auch seine Gruppe mitten im Schlamm. Die erste Aufgabe: den Keller eines Seniorenheims vom Schlamm zu befreien, Türen zu öffnen. Viel sei aus den Kellerboxen der Einwohner nicht zu retten gewesen, berichtet der Böhnhusener. Eine der nächsten Aufgaben lautete, eine provisorische Feuerwache einzurichten, denn es war alles feucht und der Strom sollte nach und nach wieder angestellt werden. "Aber wir waren auch eine Art Infopunkt für die Anwohner und haben versucht zu helfen, wo wir können. Ich kann mich noch gut an eine Frau erinnern, die mit ihrem Kind auf dem Arm kam und nach Babynahrung fragte." Die Feuerwehrleute konnten ihr helfen.

Bei Aufräumarbeiten in einer völlig verschlammten Tiefgarage hätten er und seine Kameraden schon mal schlucken müssen. Als sie Autos aus der Garage holten, lag auf einem Kindersitz ein angeschnallter Teddybär. "Da denkt man schon darüber nach, was man noch so finden kann", erinnert sich Tajo. Angst habe er bei den Einsätzen nicht gehabt, aber Respekt vor der Situation auf jeden Fall. Das galt auch für den Einsatz auf einem Friedhof. "Den mussten wir erst mal mit Bauzäunen und Folien abschotten, denn der Ort war verwüstet, Gräber waren ausgespült, eine kleine Kapelle vom Fundament gerissen und durch die Flut um 90 Grad gedreht", berichtet der junge Feuerwehrmann.

 

Den vollständigen Beitrag lest ihr in der Bauernblattausgabe 35/2021 unter der Rubrik "Landjugend" und im digitalen Bauernblatt.

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