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Für Monika Busch in der Blomeschen Wildnis lief das Geschäft im Hofladen in der Corona-Zeit "ausgeglichen". Foto: Herbert Frauen

Beim digitalen Arbeitskreis Agrarpolitik (AK Agrar) des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) Anfang Dezember bestand die Möglichkeit, sich gemeinsam mit Vertretern der anderen Landjugendverbände in Deutschland intensiv mit den Chancen und Möglichkeiten der Direktvermarktung für Landwirte zu beschäftigen. Dabei tauschten wir uns über mögliche Forderungen aus. Für den Landjugendverband Schleswig-Holstein nahmen Wiebke Wendt, Johanna Ladiges und Hannes Bumann teil.

Wir starteten mit einem Vortrag von Dr. Christina Well, Geschäftsstellenleiterin der Vereinigung der hessischen Direktvermarkter. Der Verein zählt 330 Mitgliedsbetriebe. Well erläuterte das Vertriebskonzept des Vereins "Landmarkt", der Rewe-Märkte bestückt und speziell auf landwirtschaftliche Direktvermarkter ausgelegt ist. Dieses Konzept ermöglicht es auch kleinen Direktvermarktern, im Einzelhandel gelistet zu sein und eine entsprechende Wertschöpfung zu erlangen. Über die zentrale Steuerung des Vertriebs durch den Verein können Werbematerialien kostengünstig allen Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden.

In der Diskussion mit der Referentin konnte sie bestätigen, dass die Nachfrage nach regional erzeugten Produkten in den vergangenen Monaten um 15 bis 20 % gestiegen ist, vermutlich bedingt durch die Pandemie. Dieser Trend sei schon lange zu beobachten gewesen, im vergangenen halben Jahr aber erheblich gestiegen.

Die Herausforderungen der Direktvermarktung bestehen vor allem in Unsicherheiten bezüglich der Behördenauflagen im Bereich der Schlachtung und Verarbeitung. Häufig entstünden Diskrepanzen durch nicht eindeutig formulierte Rechtstexte. Die Teilnehmer des Arbeitskreises sprachen sich eindeutig für bundesweit einheitliche Anforderungen an Schlacht- und Verarbeitungsräume aus. Auch mobile Schlachtkonzepte – also vor Ort auf den Betriebsstätten – müssten in Zukunft anerkannt werden. Eine Förderung wäre wünschenswert, da die mobile Schlachtung dem Tierwohl diene.

Die Teilnehmer stellten heraus, dass Direktvermarktung für alle Landwirte eine Chance als weitere Einkommensquelle darstellen könne. Der Einstieg in die Direktvermarktung, aber auch der Ausbau bestehender Konzepte erfordere intensive Beratung und eine finanzielle Förderung im Rahmen der EU.

Zum Abschluss des Arbeitskreises wurde erneut das Thema Hofabgabeklausel diskutiert. Die Junglandwirte berieten, wie man weitere Anreize zur Übergabe des Hofes an die nächste Generation schaffen könne. Der Arbeitskreis war sich erneut einig darüber, dass eine gezielte Förderung von Junglandwirten im Bereich Innovation und Investition einen besonderen Anreiz zur Hofübergabe darstellen könne. Für die Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe seien die Ideen und Innovationen der Junglandwirte ein wichtiger Baustein, der der besonderen Förderung bedürfe. Auch müsse die Beratung in dem Bereich der außerfamiliären Hofnachfolge ausgebaut werden.

Die Diskussionen und der Austausch unter den Landesverbänden des BDL waren auch bei diesem digitalen Arbeitskreis eine große Bereicherung für alle. Besonders in dieser Zeit erachten wir es als wichtig, sich weiterhin auszutauschen, und freuen uns auf den nächsten Arbeitskreis Agrarpolitik – hoffentlich in Präsenz.

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