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Langfristiges Ziel muss es sein, veredelte Milchprodukte zu haben, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können. Foto: Pixabay

Wie könnte die Zukunft der Milch aussehen? Über dieses Thema diskutierten im jüngsten Agrarausschusstreffen Anfang Mai 20 Teilnehmer mit Klaus-Peter Lucht und Nicolai Wree von der Milcherzeugervereinigung SH.

Die Milcherzeugervereinigung (MEV) ist ein Zusammenschluss der Meiereien in SH. Ihr Ziel: die Erzeugung und Verwertung der Milch zu fördern. Auch beim Bauernverband wird in den verschiedenen Ausschüssen unter anderem zum Thema Milch diskutiert und sich mit aktuellen Themen beschäftigt.

Die Milch aus Schleswig-Holstein ist auf der ganzen Welt sehr angesehen, denn im Ausland ist bekannt, dass wir in Deutschland sehr hohe und gleichbleibende Qualitäten haben. Hinzu kommt, dass wir in Deutschland eine Überproduktion haben und so auf den Export ins EU-Ausland und auch in Drittländer angewiesen sind. Einige Freihandelsabkommen zum Beispiel mit Japan oder den USA betreffen daher auch unsere Produkte. Das Mercosur-Abkommen hätte einige Vorteile für den Milchmarkt, allerdings auch Nachteile für unseren Rindfleischmarkt.

Das Qualitätsmanagementsystem Milch (QM) sorgt zusätzlich zur Milchgüteprüfung dafür, dass die Qualitäten dauerhaft auf dem gleichen Niveau bleiben. Die aktuellen QM-Standards gelten noch bis 2023, danach werden die Standards wieder neu angepasst. Diese sind sehr eng an die gesetzlichen Rahmenbedingungen geknüpft und somit gut für die Milchviehhalter einzuhalten. Das Problem an zusätzlichen Standards ist meistens, dass irgendwann diese Standards zur Normalität werden und man dadurch keinen Mehrwert mehr hat.

In Schleswig-Holstein ist es schwierig, einen Mehrwert durch höhere Standards für die komplette Milch herauszuholen, da viele Produkte nicht in den Lebensmitteleinzelhandel gehen, sondern exportiert werden. Eine Idee wäre eine Art Fondslösung, sodass auch "billigere" verkaufte Milch einen Mehrwert bringen kann. Allgemein sind wir in Schleswig-Holstein gut aufgestellt, zum Beispiel ist Anbindehaltung hier nur noch eine Seltenheit. In Bayern wird über dieses Thema noch ganz anders gesprochen als im Norden.

Die Meiereien sind für die Vermarktungsstrukturen zuständig. Einige handeln fast ausschließlich mit dem Lebensmitteleinzelhandel und andere exportieren jede Menge, so ist es schwierig, alle über einen Kamm zu scheren. Viele Meiereien haben daher ihre eigenen Anforderungen und honorieren diese, wie Tierwohl Zellzahl. Jeder Landwirt hat Möglichkeiten, seine Milch an die Meierei zu liefern, die am besten zu ihm passt.

 

Den kompletten Beitrag findest du in der Bauernblattausgabe 20/2021 unter der Rubrik "Landjugend" und im digitalen Bauernblatt.

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