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Viele gesundheitliche Probleme entstehen durch die Mehrfachbelastung der Pflegenden, die in der Mehrzahl Frauen sind. Foto: Imago

Ärzte und LandFrauen miteinander ins Gespräch zu bringen, ist kein Problem – zu vielfältig sind die Themen, die beide berühren. Wie groß das Verständnis für die Belange die jeweils anderen Gruppe ist, zeigte sich bei einem Treffen zwischen LandFrauenpräsidentin Ulrike Röhr und der Vizepräsidentin der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Gisa Andresen, bei dem es in Bad Segeberg unter anderem auch um die weitere Zusammenarbeit ging. Aktuell läuft die gemeinsame Gesundheitskampagne "Hören und Hörprobleme lösen". 2022 soll ein neues Projekt starten.

Seit über zehn Jahren gibt es diese Kampagnen. Ärzte informieren in den Ortsvereinen über Themen wie Depressionen, Osteoporose, Diabetes, Hören und natürlich Telemedizin. Diese stark nachgefragten Informationsabende im ganzen Land haben dazu beigetragen, dass die Aufgeschlossenheit der Menschen in Schleswig-Holstein für medizinische Themen inzwischen deutlich gestiegen ist.

Gespür für veränderte Strukturen

Die Ärztekammer und ihr damaliger Präsident Dr. Franz Bartmann hatten mit Beginn der Kampagnen nicht nur den Informationsbedarf, sondern auch die Bedeutung der LandFrauen für den Meinungsaustausch in Schleswig-Holstein erkannt. Im Rahmen der Serie "Kammer in Gesellschaft" des Ärzteblattes tauschten sich nun Ulrike Röhr und Gisa Andresen aus. Die Vizepräsidentin der Ärztekammer weiß um die Bedeutung der LandFrauen, denn sie ist selbst Mitglied in einem der insgesamt 169 Ortsvereine, wenn auch "Karteileiche", wie sie einräumt. Berufsbedingt kommt die leitende Oberärztin selten dazu, sich an Aktivitäten zu beteiligen. Die auf einem Hof groß gewordene Andresen schätzt die Aktivitäten der LandFrauen aber schon aus Familientradition.

Im Gespräch zwischen Röhr und Andresen wurde schnell deutlich, dass Ärzte und LandFrauen von einem Austausch über die Kampagnen hinaus profitieren. Denn wie keine zweite organisierte Gruppierung im Land spüren die LandFrauen Folgen veränderter Versorgungsstrukturen und können aus erster Hand berichten.

"Die Erreichbarkeit der medizinischen Versorgung ist in manchen Regionen ein Problem. Facharzttermine sind oft nur mit großer Verzögerung möglich", sagte Röhr. Veränderungen wie etwa die Zusammenfassung mehrerer Arztsitze in Versorgungszentren verfolgten die LandFrauen mit Interesse, aber wegen der weiteren Entfernungen auch mit Sorge, weil nicht alle Patienten mobil seien und nicht alle die Familienanbindung vor Ort hätten, die beim Transport unterstützen könnte. Für Röhr steht deshalb fest: "Wir brauchen Lösungen, die Patienten und Ärzte auch künftig zusammenführen." Ob dafür Patiententransporte organisiert würden oder ob Ärzte per "Medibus" zu den Patienten kämen, sei für sie persönlich zweitrangig. Andresen stieß mit dem Argument, dass Ärzte die knappe Arbeitszeit möglichst nicht auf der Straße verbringen sollten, auf Verständnis bei Röhr.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 33/2021 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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