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Protestaktion beim Safe-Abortion-Day in Flensburg. Foto: Imago

Seit 150 Jahren besteht der § 218. Danach ist ein Schwangerschaftsabbruch in Deutschland noch immer strafbar. Und nicht nur das. Es wird für Frauen, die sich gegen eine Schwangerschaft entscheiden, auch immer schwieriger, Praxen oder eine Klinik zu finden, die den dazu erforderlichen medizinischen Eingriff ermöglichen. So auch in Flensburg. Im zukünftigen Malteser-Diako-Klinikum in Flensburg werden schon ab 2023 keine Schwangerschaftsabbrüche mehr stattfinden.

"Wir waren schockiert, als wir im Herbst 2019 von dem Beschluss der Leitungen des Diako-Krankenhauses und des Malteser-Krankenhauses St.-Franziskus-Hospital Flensburg hörten", sagt die Harrisleer Gleichstellungsbeauftragte Utta Weißing. Denn mit der Fusion sei vereinbart worden, dass in dem künftigen Malteser-Diako-Klinikum in Flensburg keine Schwangerschaftsabbrüche mehr zugelassen würden. "Da hatte sich die katholische Seite durchgesetzt", erklärten die Klinikleitungen in der Presse.

Für das Flensburger Frauenforum, in dem die Frauenberatungsstellen der Stadt zusammengeschlossen sind, stellten sich gleich mehrere dringende Fragen: Darf eine religiöse Minderheit ihre Position der Mehrheitsbevölkerung aufzwingen? Denn immerhin werde das künftig drittgrößte und modernste Krankenhaus des Landes fast ausschließlich aus öffentlichen Geldern und Geldern der Krankenkassen finanziert. Wie wird die entstehende Versorgungslücke aufgefangen? Und was sagt die Landesregierung dazu?

Es war schwer, Antworten auf diese und andere Fragen zu bekommen. Es gab in den folgenden Monaten zahlreiche Anfragen, Proteste, Petitionen und Aktionen. Die Flensburger Ratsversammlung wandte sich noch 2019 an das Land, damit ein adäquater Ersatz zur Versorgungssicherheit für Frauen durch ein medizinisches Versorgungszentrum im Bereich Peelwatt geschaffen wird. Der Landesfrauenrat in Kiel verabschiedet eine erste Resolution. Im Januar 2020 trafen sich die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) sowie Vertreter der Landesregierung, der Krankenhausträger, der pro-familia-Beratungsstellen und politische Vertreter am Runden Tisch. Nach dem Erstgespräch erzwang dann Corona eine Pause, das Frauenforum kam nicht weiter.

Im Juli 2020 stimmte das Bundeskartellamt der Fusion der Krankenhäuser zu, die Fusionspläne wurden weiter fortgeführt. Eine Lösung zur Frage des Schwangerschaftsabbruchs sei aber "noch immer nicht gefunden", hieß es.

"Frauen nicht alleinlassen"

Im Herbst 2020 organisiert das Flensburger Frauenforum Aktionen zum weltweiten Safe-Abortion-Day in der Fördestadt. Weitere Demonstrationen kamen nicht mehr zustande. Der zweite harte Lockdown begann.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 44/2021 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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