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"Ich bin von Natur aus furchtbar neugierig", sagt Angelika von Keiser über sich. Foto: Foto: Alpha Storytelling by Kai Kapitän

Die Corona-Pandemie machte auch dem OV Berkenthin einen dicken Strich durch die meisten Pläne. Trotzdem fanden im vergangenen Jahr – dank fortgeschrittener Digitalisierung der Vereinsmitglieder – 50 Veranstaltungen mit insgesamt knapp 1.000 Teilnehmerinnen statt. Auch das beliebte Neujahrsfrühstück fand nicht wie gewohnt im analogen Leben statt, sondern die Vorsitzende Angelika von Keiser prostete ihren Damen am Bildschirm zu. Das Bauernblatt sprach mit der engagierten Vereinsvorsitzenden über ihre Erfahrungen im Umgang mit den extremen Bedingungen für die Vereinsarbeit.

Mitspielen können derzeit vor allem jene, die offen sind für digitale Angebote. In Ihrem Verein sind 250 von insgesamt 342 Mitgliedern im E-Mail-Verteiler, die Homepage des Vereins wird gepflegt und ist auf dem neusten Stand, ein Social-Media-Team kümmert sich um die Accounts bei Facebook und Instagram. Wie haben Sie das geschafft?

Angelika von Keiser: Heute zahlt es sich auf jeden Fall aus, dass Computer- und Smartphonekurse in den vergangenen zehn Jahren zu festen Programmpunkten im Veranstaltungskalender des Vereins geworden sind. Dass wir uns jetzt schon so digitalisiert haben, war ein langer Prozess.

Wie hat er begonnen?

Als ich vor elf Jahren den Verein übernahm, habe ich nach der ersten Vorstandssitzung gesagt: "Ich schicke euch alle Unterlagen per E-Mail zu." Die Damen haben nichts gesagt, sind aufgestanden, nach Hause gegangen und haben ihren Männern oder Kindern gesagt: "Du, ich brauche eine E-Mail-Adresse." Das war mir überhaupt nicht klar, was ich da ausgelöst hatte, weil ich offenbar aus einer völlig anderen Welt kam. Aber das Schöne war, es hat keiner gemurrt. Die Frauen haben losgelegt. Und es ist gerade heute ein großer Vorteil, dass wir so gut vernetzt sind.

Aus welcher Welt kamen Sie denn?

Ich bin medizinisch-technische Assistentin und betreue und organisiere seit 36 Jahren an der Universität zu Lübeck Studenten die Laborpraktika der Biochemie. Da war der Austausch per E-Mail völlig selbstverständlich. Und so ging es auch weiter. Heute geht fast alles per WhatsApp.

Apropos WhatsApp. In Ihrem Verein wurden mehrere Gruppen eingerichtet, in denen sich die LandFrauen täglich "treffen". Was gibt es für Angebote?

Das ist auch eine schöne Geschichte. Anfangs wurde dieses Smartphone, an dem die Kinder "dauernd hängen", kritisch beäugt. Aber wir haben ja zum Glück Smartphonekurse angeboten und gut 70 Frauen machten mit. Auf einmal wurde bei Ausflügen fotografiert und ein Bild an die Kinder gesendet. Inzwischen haben wir bei jeder Reise WhatsApp-Gruppen aufgemacht, um uns schnell zu informieren. Eine super Sache. Nun nutzen wir das auch in der Corona-Zeit. Es wurden zusätzlich WhatsApp-Gruppen wie eine Börse, eine Fitnessecke, eine E-Bike-Gruppe und eine Literaturgruppe eingerichtet.

Das 70-jährige Bestehen "feiert" der Verein in Zusammenarbeit mit der Universität zu Lübeck mit dem Aufbau eines interaktiven Onlinearchivs. Im Advent haben wir einen literarischen Adventskalender eingerichtet, damit wir uns nicht aus den Augen verlieren. Das war so spannend, dass die Frauen fragten, wie es nach Weihnachten weitergeht. Wir haben das beliebte Neujahrsfrühstück mit dem Amtsdirektor Frank Hase dann digital gemacht.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 13/2021 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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