Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Petra Bentkämper aus Westfalen-Lippe begrüßt am nächsten Wochenende zum ersten Mal in ihrem Amt als dlv-Präsidentin zum Bäuerinnenforum in Berlin. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Petra Bentkämper ist seit Juli 2019 neue Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv). Am kommenden Wochenende wird die 58-Jährige das erste Mal in ihrem neuen Amt zum Bäuerinnenforum im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) begrüßen. Das Bauernblatt sprach vorab mit der Bielefelderin, die seit 2003 auf verschiedensten Vorstandsebenen des westfälisch-lippischen LandFrauenverbandes aktiv ist, über Möglichkeiten des Dialogs zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, den Umgang mit der AfD, Willkommenskultur in Männergremien und über ihr großes Glück auf dem Hof.

Wie erklären Sie Ihren Enkeln, warum Sie jetzt so oft in Berlin sind und was Sie dort eigentlich machen?
Petra Bentkämper:
Das ist gar nicht so einfach zu erklären, dass merke ich auch, wenn mich jemand aus dem Freundeskreis danach fragt. Meine Enkel sehen mich des Öfteren in Fachzeitschriften und wissen, dass ich ab und an auf Facebook bin, oft mit dem Zug fahre, sehr viele Menschen treffe und mit ihnen spreche. Trotzdem ist das alles für die Enkelkinder schwer nachzuvollziehen, da die Opas, Tanten und Onkel vielfach in der Landwirtschaft unterwegs sind und "richtig arbeiten".

Aber ganz im Ernst, in den Ortsvereinen bundesweit gibt es mitunter auch recht vage Vorstellungen, warum der dlv für jede LandFrau wichtig ist. Sie sagen nicht erst seit Ihrem Amtsantritt, dass es Ihnen wichtig ist, eine enge Verbundenheit mit den Mitgliedern aufzubauen. Wie wollen Sie das erreichen?
Zunächst einmal ist es ganz richtig, dass es tatsächlich in den Ortsvereinen oft nicht so klar ist, was da ganz weit weg von ihnen in Berlin passiert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ich beim Einstieg vor vielen Jahren als Mitglied auf der Orts­ebene nur eine vage Ahnung davon hatte, wofür und in wie vielen Bereichen sich unser Verband starkmacht und das begegnet mir auch heute bei Treffen vor Ort in meinem Heimatverein. Deshalb kommuniziere ich in die Landes- und Kreisverbände, dass ich immer bereit bin, auf allen Ebenen mit unseren Frauen ins Gespräch zu kommen, soweit das zeitlich leistbar ist. Es macht mir Freude, wenn ich wie bei der Festveranstaltung zum 70-jährigen Bestehen des Landesverbandes Hamburg erklären kann, in welchen Themenfeldern wir überall unterwegs sind. Ich bin überzeugt, dass das Wissen darum, in wie vielen Bereichen wir zum Beispiel von der Politik gefragt werden, die Mitglieder noch ein bisschen stolzer macht, LandFrau zu sein. Das transparenter zu machen, sehe ich klar als Aufgabe des dlv.

Welche Themen sind Ihnen besonders wichtig?
Ganz wichtig ist die Stärkung des Ehrenamtes, dafür setzen wir uns nachdrücklich ein. Ehrenamt braucht hauptamtliche Unterstützung, Qualifikation und Wertschätzung, auch monetär wie durch höhere Steuerentlastungen. Ein weiterer Punkt, der mir am Herzen liegt, ist, dass Frauen noch mehr in die Gremien gehen und dort die Chancen zur Mitbestimmung und Mitgestaltung nutzen. Auch beim Thema Gleichberechtigung sind wir noch auf einem weiten Weg, da vermisse ich manchmal den Kampfgeist bei jüngeren Frauen. Fakt ist jedoch: Das ist immer noch ein Thema, wir müssen immer noch dafür streiten, bekommen immer noch keine gleiche Bezahlung, sind immer noch nicht gleichgestellt. Und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns Frauen immer noch voller Hindernisse. Ein weiteres Thema sind die Belange des ländlichen Raums und es ist wichtig, dass wir LandFrauen, die genau wissen, wo der Schuh drückt, uns dafür einsetzen, dass die Bleibeperspektiven besonders für Frauen und Familien verbessert werden. Allerdings bin ich sehr vorsichtig, davon zu reden, dass der ländliche Raum abgehängt oder ausgeblutet werde. Ich setze eher darauf, dass wir die vielen Vorzüge benennen und herausstellen.

Anmeldung zum Bäuerinnenforum in Berlin noch bis 15. Januar.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 02/2020 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben

Hinweis zur Nutzung von Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.