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Beate (li.) und Laura Schacht aus Seefeld bei Bad Oldesloe sind vom Konzept der Schule überzeugt. Foto: Iris Jaeger

Gelesen hat Karin Bartels aus Nordhastedt schon öfter etwas über die Fachschule für ländliche Hauswirtschaft in Hanerau-Hademarschen. Und sie weiß daher auch, dass diese Schule einen sehr guten Ruf genießt. Nur besucht hat sie die als „Landfrauenschule“ bekannte Einrichtung noch nie. Am Infotag sollte sich das ändern.

„Wir wohnen ja gar nicht so weit weg“, stellt Karin Bartels fest. Deshalb nutzt sie den diesjährigen Infotag der Schule, um sich zusammen mit ihrer 14-jährigen Tochter Mette-Marit und Oma Ingeburg Thiessen über die hauswirtschaftliche Ausbildung sowie das Leben in dem dazugehörigen Internat zu informieren, aber auch, um ihrer Tochter erste Anregungen für die Berufsfindung zu geben: „Sie kocht fürs Leben gerne, vielleicht ist es hier ja was für sie.“ Bei einer Führung erfahren die drei, wie ein Tagesablauf an der Schule aussehen kann, welche Aufgaben jeder zu verrichten hat, dass Wert auf gemeinschaftliches Handeln gelegt wird, wie der Unterricht gestaltet und was in der Praxis alles gelehrt wird, aber auch welche Abschlüsse es gibt und wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten später im Berufsleben sind. Die anfängliche Skepsis bei Mette-Marit ist bald wie weggeblasen. „Sie ist so begeistert, dass sie gleich am liebsten hierbleiben möchte“, findet ihre Oma. Begeistert zeigen sich auch Laura und ihre Mutter Beate Schacht aus Seefeld bei Bad Oldesloe. Laura interessiert sich für eine Tätigkeit in der ländlichen Hauswirtschaft. Derzeit jobbt sie zwar in einem Hotel, aber „Hotelfachfrau ist nicht so ihr Ding“, weiß die Mutter. Unterklasseschülerin Anneke Bumann zeigt Mutter und Tochter die beiden Küchen, die Fachräume, Schulklassen und den EDV-Raum, führt sie zu den Internatszimmern und zeigt Aufenthaltsorte zum gemeinsamen Lernen oder Entspannen, den neuen Fitnessraum sowie den Garten und Hofladen. Laura erfährt alles über die Regeln und Freiheiten, über die Unterrichtsgestaltungen und Abschlussmöglichkeiten, über Partys und Freizeitangebote. „Wenn du das Fach Mathe mit belegst, kannst du hier sogar die Fachhochschulreife erlangen und danach studieren“, erklärt die Unterklasseschülerin. Nach fünf Jahren mit integrierter Berufsausbildung in einem Betrieb erhält man mit dem Abschluss zur staatlich geprüften Betriebsleiterin in der ländlichen Hauswirtschaft auch einen Ausbilderschein und darf selber ausbilden. „Wir lernen hier viel Praktisches“, erfährt Laura. Neben dem Unterricht seien es vor allem die verschiedenen Aufgaben in der Küche, Reinigung, im Garten und im Service, die das Schulleben abwechslungsreich machen. „Wenn man es so will, haben wir vier Stundenpläne, jede Woche bist du für einen anderen der vier Bereiche zuständig. Du musst zum Beispiel die Tische andecken, putzen, Müll wegbringen, die Klassenräume vorbereiten oder im Garten helfen“, erklärt Anneke. Laura ist überzeugt, die Anmeldung nur noch Formsache. Den ganzen Tag über können sich Interessierte in der Fachschule für ländliche Hauswirtschaft umschauen, sich über das Leben und Lernen informieren und im Speisesaal von den Koch- und Backkünsten der Schüler überzeugen. Aber auch ehemalige Schüler nutzen den Infotag, um noch einmal die Schule zu besuchen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Iris Jaeger

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