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Die Küche von Elke Lund war etwas zu klein für die aufwendige Foodfotografie. Aber Elke Lund nahm es völlig gelassen, den Braten für Fotografin Christiane Herrmann auf dem guten Wohnzimmertisch anzurichten. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Bei Fleisch im Glas denken vor allem ältere Schleswig-Holsteiner an das beliebte Sauerfleisch. Dass es nicht immer sauer sein muss, sondern auch sehr lecker würzig geht, zeigt die Gewinnerin des diesjährigen Bauernblatt-Rezeptwettbewerbs, Elke Lund. Gefragt waren in diesem Jahr unter dem Motto "Weckruf" Rezepte fürs Einmachglas. Anstatt eines ihrer Marmeladenrezepte preiszugeben, entschloss sich die Handewitterin dazu, das alte Familienrezept für eingekochten Braten zu verraten.

Kurz vor den Pforten Flensburgs, aber doch sehr ländlich, wohnt Elke Lund in der kleinen Nachbarschaft Oberlangberg, Handewitt. "Hier gegenüber liegt unser Hof. Den haben mein verstorbener Mann und ich bis zu unserer Rente bewirtschaftet", erzählt die ehemalige Landwirtin und deutet aus dem Küchenfenster. Man sieht und hört ihr ihren Geburtsjahrgang 1938 nicht an. Lediglich der Erfahrungs- und auch der Anekdotenschatz, aus dem die Seniorin schöpft, lassen mit Respekt auf ihr Alter schließen. "Es hilft, wenn man viel um die Ohren hat", ist ihr persönliches Rezept für ein agiles Rentnerinnenleben.

"Mein Leben lang bin ich es gewohnt, eine große Familie selbst zu versorgen. Hier hinter dem Haus, das war früher alles mein Gemüsegarten." Vier Kinder haben sie und ihr Mann großgezogen und die Schwiegereltern saßen auch immer mit am Tisch. Kartoffeln, Rüben und Karotten haben sie in der Landwirtschaft angebaut. Milchkühe, Mastbullen und Schweine standen im Stall des Mischbetriebes. Das Gemüse für Elke Lunds Küche kam also von den eigenen Feldern und aus ihrem Garten. Bis heute pflegt sie einen großen Gemüsegarten. Das Fleisch kam stets aus dem eigenen Stall des Mischbetriebes. "Unser Fleisch war immer so gut, dass wir bis heute nur noch Fleisch von sehr guten Schlachtern essen mögen. Anderes schmeckt uns nicht."

Nach dem Schlachten zehn Braten gleichzeitig

Was mit eigener Hände Arbeit gepflanzt und gepflegt wurde, das genießt man auch viel mehr. "Man hat ja immer eine Schwemme von irgendwas. Mal gibt es viele Tomaten, oder der Birnenbaum trägt sehr gut. Das kann man ja nicht alles auf einmal verwerten." So kocht und friert Elke Lund bis heute alles ein, was sie nicht gleich in der Küche nutzen kann. In ihrer Speisekammer stehen gläserweise eingekochte Birnen, Fruchtsäfte und Tomaten aus dem gerade erst vergangenen Sommer. "Anderes Gemüse friere ich auch ein", erklärt sie. "Im Winter freue ich mich dann darüber."

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 51/52/2021 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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