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Zum Anfang habe sie viele Stoffe gekauft. Es habe einfach Spaß gemacht, immer wieder neue Muster und Farben zu entdecken. Aber eigentlich sei das Quilten ja eine Stepparbeit, mit der einst Reste verwertet wurden, erzählt Telse Köster. Schließlich habe auch sie sich wieder darauf besonnen, Stoffe zum Beispiel aus gebrauchten Herrenhemden zu verwenden. Foto: Hedda Köster

Wenn Telse Köster bunte Stoffe sieht, entsteht vor ihrem geistigen Auge sofort ein Muster. Seit 30 Jahren quiltet die LandFrau aus Linden zusammen mit anderen Enthusiastinnen vom OV Henn­stedt. Im Lockdown waren die Treffen nicht mehr möglich. Auch die Stoffläden blieben geschlossen. Telse Köster wollte sich davon nicht entmutigen lassen. Ihr kam die Idee, die Zeit für einen ganz be­sonderen Quilt zu nutzen.

"Über die Jahre hatten sich viele Stoffe angesammelt", erzählt die LandFrau. Sie habe in der Zeit ohne Versammlungen, Familienfeiern und Veranstaltungen alles hervorgeholt. "Und dann dachte ich mir, ich mache aus diesen vielen bunten Stoffresten einen Freundschaftsquilt und schicke ihn nach Linden in Österreich", erzählt die 82-Jährige. Entstanden ist in vielen Stunden ein farbenfroher Quilt.

Die Freundschaft nach Linden hat eine lange Geschichte. Durch einen Aufruf der bundesweiten Patchworkgilde hatten die LandFrauen aus Hennstedt begonnen, für viele wohltätige Zwecke zu quilten. So entstanden Steppdecken für Kinder in Afghanistan, für schwerkranke Kinder, die über den "Bunten Kreis Nord" nach einem Krankenhausaufenthalt farbenfrohe Quilts erhielten, oder Decken für die Lebenshilfe Dithmarschen. Als die Gemeinde Hennstedt die Aktion "Linden grüßt Linden" ins Leben rief und Freundschaften mit gleichnamigen Orten in Österreich, Frankreich (Lalinde), Belgien (Linden-Lubbeek), Spanien (Lalìn) und den Niederlanden (Linden/Beers) knüpfte, steppten die LandFrauen Quilts für die Besuche in diesen Ländern.

Es entstand ein reger Austausch, bei denen Hennstedter durch ganz Europa reisten, Gäste empfingen und auch internationale Jugendtreffen entstanden. "Das waren tolle Zeiten, an die wir uns gern erinnern", so die ehemalige Vorsitzende des LandFrauenvereins. Da das nun schon länger nicht mehr möglich sei, liege es ihr am Herzen, mit dem Freundschaftsquilt einen besonderen Gruß nach Linden in Österreich zu senden.

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