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In Zeiten des Agrarwandels brauche man eine Vision, betonte Ulrike Röhr, Präsidentin des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein, in der Diskussion. Dazu aber müsse klar benannt werden, was Landwirtschaft alles leisten soll und wie Gesellschaft, Politik und Landwirtschaft zu einer gemeinsamen Vision kommen können. Foto: Kathrin Iselt-Segert

Um die Bruchlinien zwischen Landwirtschaft, Politik und Gesellschaft, aber vor allem um die Frage, wie sie zu überwinden sind, ging es auf dem Bäuerinnenforum auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Keine leichte Aufgabenstellung, wie sich in der Debatte vor und mit 220 LandFrauen und Gästen zeigte.

Fehlende Rahmenbedingungen und immer neue Regelungen verstellten Bäuerinnen und Bauern den Blick in und die Planbarkeit für die Zukunft, konstatierte Petra Bentkämper, Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, zu Beginn des Forums. Diese Unsicherheiten katapultierten ohnehin schon wirtschaftlich angespannte Betriebe zunehmend ins Aus. "Dass man dann auf die Straße geht, verstehe ich gut", so die Präsidentin mit Blick auf die Proteste der vergangenen Monate. "Die Dynamik und Energie der Aktionen müssen wir nun auch nutzen, um konstruktiv über die Zukunft der Landwirtschaft zu sprechen", sagte sie. Sie verwies in ihrer einleitenden Ansprache auf das mittelfristige Ziel des dlv, den Abschluss eines Gesellschaftsvertrages, der gemeinsame und langfristige Zielbilder über die künftige Ausrichtung der deutschen Landwirtschaft festschreibt. In diesem Prozess halte sie es für wichtig, nun auch verbal abzurüsten.

Um von einem Außenstehenden zu hören, wo die Bruchlinien zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft verlaufen, hatte der dlv Dirk Fisser eingeladen. Der Nordreporter der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft berichtete, wie rau der Ton in der Debatte besonders in den Sozialen Medien geworden sei. Er beobachte, dass diese Medien, die die Verständigung über Grenzen hinweg einfach machen sollten, im Grunde oft genutzt würden, um sich abzuschotten und in digitalen Filterblasen zu bewegen. In der "Bauernbubble" sähen sich die Landwirte oft als Opfer von NGO, Politik und Journalisten. Fisser wies den Vorwurf, diese drei agierten gemeinsam gegen die Landwirtschaft, entschieden zurück. Nach seiner Ansicht reiche es auch nicht mehr, die Gesellschaft darüber aufzuklären, wie der Istzustand in der Landwirtschaft sei und warum man bestimmte Dinge so mache. Auch das werde kein Verständnis für das Kükentöten, das Kastrieren von Ferkeln oder die Anlieferung von kranken Tieren am Schlachthof wecken. Vielmehr sei es an der Zeit, eigene Fehler einzugestehen. "Sie müssen sich wandeln, da kommen Sie nicht drum herum", so das Fazit des Journalisten.

Das Positionspapier des dlv zum gemeinsamen Dialog finden Sie hier zum Download.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 04/2020 unter der Rubrik "LandFrau" und im digitalen Bauernblatt.

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