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Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Campingplätze bei Urlaubern so gefragt, dass kaum noch ein freier Platz zu finden ist. Foto: Imago

Schon vor der Corona-Krise kauften sich immer mehr Menschen ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen, um ihren Urlaub flexibel innerhalb Deutschlands zu verbringen. Durch die Pandemie wurde dieser Trend noch verstärkt, denn Camping kann in Corona-Zeiten der perfekte Urlaub sein. Man reist im eigenen Fahrzeug und bringt sein Zimmer inklusive der Sanitäranlagen selbst mit. Doch inzwischen sind die Campingplätze mehr als ausgelastet. Im vergangenen Jahr nahm daher das Wildcampen zu, auch in Schleswig-Holstein. Ein Mittel dagegen wären sogenannte Kleinstcampingplätze zum Beispiel auf Bauernhöfen, doch die sind politisch nicht gewollt.

Klaus Langer, Bürgermeister der Gemeinde Quarnbek, Kreis Rendsburg-Eckernförde, steht an einem Montagmorgen leicht fassungslos auf einem Parkplatz am Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Überall liegt Müll und es riecht schlimm, gelinde gesagt. Er will nicht genauer hingucken, aber in einer Ecke ist ein großer feuchter Fleck, obwohl es nicht geregnet hat. Er seufzt und erklärt: „Hier haben wohl am Wochenende wieder einige Camper geschlafen.“

Das Übernachten auf dem Parkplatz ist bisher nicht ausdrücklich verboten, auch wenn in Schleswig-Holstein grundsätzlich nur auf dafür zugelassenen Plätzen gecampt werden darf. Denn eine Übernachtung allein – ohne ausgefahrene Markise, aufgestellte Campingmöbel und ausgedehnte Grillpartys – würde Langer nicht stören. Immer häufiger passieren aber gerade diese Dinge und nach der Abreise wird eine Müllhalde hinterlassen. Wenn sich das nicht bessert, wird er ein Verbotsschild aufstellen lassen, auch wenn er nicht glaubt, dass es die Situation nachhaltig verbessern wird. Ein Grund dafür, dass der Parkplatz so oft aufgesucht wird, kann daran liegen, dass er in der App „park4night“ auftaucht. Hier können Camper Stellplätze posten und suchen. Es sei ein ruhiger Parkplatz direkt am Kanal, gut für eine Nacht, so heißt es dort. Auch auf mögliche Aktivitäten in der Umgebung wird eingegangen.

Dass einige Urlauber mit Vorliebe kleinere Stellplätze abseits von anderen Touristen aufsuchen, weiß Jobst von Paepcke aus eigener Erfahrung. Der 43-Jährige ist als Sohn von Landwirten in Bredeneek, Kreis Plön, aufgewachsen. Ganz in der Nähe des elterlichen Hofes fließt die Schwentine und auch dort gab es nach den Wochenenden immer viel Müll auf den Wiesen und im Wald. Inzwischen wohnt er seit 20 Jahren nicht mehr auf dem Hof und war stattdessen viel unterwegs – mit einem VW-Bus zum Surfen. „Da gibt es eine ganze Szene von Campern, die sich vielleicht selbst nicht so nennen würden und es auch vermeiden, auf Campingplätze zu gehen“, erzählt er. Gerade diese würden gern Apps wie "park4night" nutzen oder auf kleinere Stellplätze ausweichen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 28/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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