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Gettorf feiert seine Mühle 2019 Foto: Sigrid Querhammer

Die Gettorfer Windmühle "Rosa" präsentiert sich seit wenigen Wochen wieder in voller Pracht. Dabei ist es alles andere als selbstverständlich, dass die Mühle überhaupt noch steht. Die Mühle wurde seit den fünfziger Jahren nicht mehr als Mühle genutzt und verfiel. Sie verlor die Flügel. Der letzte Besitzer verschenkte die Mühle in den 1970er Jahren an die Gemeinde Gettorf, die sie abreißen lassen wollte.

"Der Platz, auf dem die Mühle steht, war im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen", erinnert sich Hanni Struve (77), damals Gemeindevertreterin. Wertschätzung für alte Gebäude, ohne Funktion und Nutzen war damals nicht angesagt. Also sollte sie weg. Dann feierte Gettorf 100 Jahre kommunale Selbständigkeit. 1976 war das und der damalige Bürgermeister Dr. Klaus-Dieter Stegemann setzte sich in seiner Rede beim großen Festball für den Erhalt der Mühle ein. Die Reaktionen waren geteilt. Der damalige Finanzausschussvorsitzende Wilhelm Vollertsen blockte ab: "Für diesen Schrotthaufen geben wir kein Geld aus." Hannelore Struve erinnert sich noch genau daran. "Es war wirklich ein Schrotthaufen."

Verein 1977 gegründet

Die junge CDU-Gemeindevertreterin gehörte zur anderen Fraktion und wurde Vorsitzende des 1977 gegründeten Windmühlenvereins, indem sich viele namhafte Gettorfer Bürger engagierten. Binnen weniger Monate sammelte der junge Verein 80.000 DM Spenden und warb Zuschüsse ein. "Der Landkreis stiftete das Holz für die Galerie", erinnert sie sich. Dazu kam viel ehrenamtliche Arbeit. Die Windmühle konnte saniert werden. Auch der Finanzausschussvorsitzende änderte seine Meinung. "Wilhelm Vollertsen war dann ein glühender Verfechter der Windmühle", erzählt Hannelore Struve. Die Mühle war gerettet, aber noch keine Verwendung gefunden. Peter Krayenhagen, damals unter anderem Gettorfer Kreistagsabgeordneter, kam eher zufällig mit Kreispräsident Dr. Hans Lorenzen ins Gespräch über die Bibliothek, die ein neues Domizil in Gettorf suchte. Bisher war sie in der alten Realschule untergebracht gewesen. Die Realschule war ins neue Schulzentrum umgezogen und das alte Schulgebäude stand zum Verkauf.

Krayenhagen brachte die Mühle ins Gespräch. Dr. Lorenzen winkte zunächst ab "Viel zu klein." Also kam ein Anbau an die Mühle. "Das Geld haben wir damals aus der Zonenrandförderung erhalten", erinnert sich Hannelore Struve. "Dr. Lorenzen hat uns bei der Beschaffung der Fördermittel sehr unterstützt." So kam die Bibliothek, die sich inzwischen in der Trägerschaft der Gemeinde befindet, in das Erdgeschoss der Mühle. Die Liedertafel trifft sich von Anfang an zu ihren wöchentlichen Proben im ersten Stock. Ausstellungen und Lesungen fanden bald statt. Inzwischen nutzt das Standesamt den Raum im ersten Stock auch für Trauungen. Ganz oben ist das Gemeindearchiv untergebracht. Später kaufte die Gemeinde das neben der Mühle stehende ehemalige Wohnhaus des Müllers und richtete darin das Heimatmuseum ein.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 1/2022 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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