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Günter Schliemann zeigt die Gemeine Wegwarte. Sie war 2020 Heilpflanze des Jahres und hilft bei Magen-Darm-Beschwerden. In mageren Zeiten wurde aus ihren Wurzeln der koffeinfreie Zichorienkaffee gemacht. Foto: Silke Bromm-Krieger

Günter Schliemann bietet für Patienten der Ostseeklinik Schönberg-Holm im Kreis Plön botanische und vogelkundliche Führungen durch die Probsteier Salzwiesen an. Kürzlich war er auch mit dem Bauernblatt auf Entdeckungstour.

"Moin", grüßt Günter Schliemann am vereinbarten Treffpunkt im Feriengebiet Schönberg-Holm und reicht der Reporterin ein Fernglas für die Wanderung. "Hören Sie? Na, was ist das?", fragt der 71-Jährige verschmitzt und ist schon mittendrin im Thema. "Kuckuck", ruft es aus der Ferne, oder genauer gesagt "gu-kuh". "Das ist der auffällige Reviergesang des Kuckuckmännchens. Weibchen lassen in der Brutzeit einen trillerartigen, zischenden Laut hören", weiß der Senior.

Los geht's! Wir starten in Richtung Wisch. Über einen Trampelpfad und eine Straße gelangen wir zu den Probsteier Salzwiesen. Sie liegen in einem 1.692 ha großen Landschaftsschutzgebiet, durch das man herrlich wandern, joggen, walken oder Rad fahren kann.

Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von örtlicher, regionaler und überregionaler Bedeutung finden hier, etwa 500 m vom Ostseestrand entfernt, ihren Lebensraum. "Noch bis ins 19. Jahrhundert gehörte dieser Bereich zum Hochwasserbereich der Ostsee. Die ehemaligen Salzwiesen wurden bei bestimmten Wetterlagen überflutet. Mit dem Beginn von Küstenschutzmaßnahmen wie dem Deichbau und der Drainierung der Flächen durch ein Grabensystem gelang eine bessere Bewirtschaftung der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Heute werden auf ihnen Getreide, Raps und Mais angebaut", informiert Schliemann. Eine Besonderheit sei hier das Vorkommen von seltenen Braunkehlchen aus der Familie der Drosseln. Sie finden in diesem Gebiet einen reich gedeckten Nahrungstisch mit Insekten, Larven, kleinen Schnecken, Spinnen und Würmern. In der Roten Liste der Brutvögel 2021 ist das Braunkehlchen als stark gefährdet vermerkt. Umso schöner, dass es hier noch zu finden ist. Doch wo? Schliemann hält inne, nimmt sein Fernglas und schaut konzentriert in die Umgebung. Kann er eines entdecken? "Das ist das Schwierige im Sommer. Durch das üppige Grün und das Blattwerk an den Bäumen sehen wir die Vögel nicht, sondern hören sie nur", bemerkt er. Tatsächlich klingt es aus der Nähe "djü, djü, zk, zk". Der Reviergesang des Braunkehlchens setzt sich aus gepresst klingenden Lauten und flötenden Elementen zusammen, die unregelmäßig wiederholt werden. Links des Weges fällt der Blick auf eine umzäunte Wiese mit Rindern. "Oft nutzen die Vögel die Zaunpfähle als Sitzwarten. Dann bekommt man sie mit etwas Glück vor die Linse", erzählt er. Wir warten eine Weile mucksmäuschenstill ab, aber es rührt sich nichts.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 29/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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