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Urlaub am Meer: Radtouren bei einer frischen Brise tun Körper und Seele gut und laden die Batterien wieder auf. Foto: Silke Bromm-Krieger

Freizeit ist die Voraussetzung für Erholung und Erholung für eine erfolgreiche Betriebsführung. Doch oft tun sich Landwirte schwer damit, genügend Auszeiten einzuplanen. Gesundheitliche Probleme können die Folge sein. Das Bauernblatt sprach darüber mit Berater und Konfliktmediator Peter Jantsch.

Landwirt Markus Hansen (Name geändert) arbeitet auf dem elterlichen Familienbetrieb. In absehbarer Zeit wird er den Hof übernehmen. Darüber freut er sich, sieht der Übergabe jedoch auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Täglich beobachtet er, dass sein Vater fast rund um die Uhr im Einsatz ist. In den zurückliegenden Jahren gönnte er sich keinen Urlaub und kaum Freizeit. Mit den eigenen Kräften achtsam zu haushalten, fällt ihm schwer. Seine Dauerbelastungsgrenze scheint aus Sicht des Sohnes längst überschritten. Mittlerweile nimmt Markus Hansen seinen Vater häufig als erschöpft, ausgepowert und müde wahr. Deshalb hat er sich vorgenommen, es anders zu machen, wenn er Betriebsleiter ist. Er will für sich regelmäßige Freizeiten und freie Wochenenden einplanen und mit seiner Familie auch einmal Urlaub machen. Ob sein Vater dafür Verständnis aufbringen wird? Darüber gesprochen haben die beiden noch nicht.

Markus Hansen ertappte sich kürzlich dabei, dass er an seinem eigentlich freien Wochenende doch auf den Betrieb fuhr. Er erhielt einen Anruf, dass an einer Landmaschine ein wichtiges Ersatzteil fehlte und entschied spontan, sich schnell selbst darum zu kümmern. Im Nachhinein überlegte er: Hätte ich diese Aufgabe nicht delegieren können? Muss meine permanente Erreichbarkeit wirklich sein?

Von diesem praktischen Beispiel aus seinen Beratungsgesprächen berichtet Peter Jantsch. Der Agraringenieur ist als Fachbuchautor, systemischer Coach, Konfliktmediator und Begleiter bei Hofübergaben für landwirtschaftliche Familien im Einsatz. Der 56-Jährige, der früher stellvertretender Betriebsleiter auf einem 200 ha Gemischtbetrieb war, weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Urlaub und Freizeit sind. "Landwirte sind laut einer Studie die Berufsgruppe, die am meisten arbeitet. Freizeit ist da kein Luxus, sondern die Grundlage für eine erfolgreiche Betriebsführung", ist der Vater von drei Kindern überzeugt.

Doch oft ständen das Ringen um Pflichterfüllung und die Treue zum Betrieb im Vordergrund. "Das ist zutiefst verständlich. Das sind machtvolle Werte. Aber auch wenn die Arbeit Sinn macht, Freude bringt und einen erfüllt, muss man mal etwas anderes tun und sich erholen", betont er.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 27/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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