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Mutter zu werden gehört zu den schönsten Dingen im Leben. Wenn nur der Alltag nicht so anstrengend wäre... Foto: Tonio Keller

Die Anforderungen an Mütter sind heutzutage hoch, und zwar nicht nur zu Corona-Zeiten: Die Kinder sollen von der Mama nicht nur versorgt, sondern auch noch optimal gefördert werden. Nadine Sorgenfrei aus Brokstedt im Kreis Steinburg hat dies als dreifache Mutter selbst erlebt – und daraus gelernt. Heute gibt sie ihre Erfahrung als Coach an andere Mütter weiter – und hier für Bauernblatt-Leserinnen.

Es reicht nicht mehr, wenn das Haus einigermaßen sauber ist – es sollte bitte auch instagrammäßig dekoriert sein. Zum Glück werden Mütter im Jahr 2020 nicht mehr automatisch hinter den Herd verbannt – sie dürfen weiter Karriere machen. Die muss allerdings meistens zusätzlich zu den Familienverpflichtungen gewuppt werden. Ach ja – und das alles sollte bitte in der gleichen Jeansgröße wie vor der Schwangerschaft, mit topmodernem Make-up und stets bester Laune gemeistert werden. Puh ...

Das Seltsame an diesen völlig überzogenen Anforderungen ist, dass sie meistens von den Frauen selbst gestellt werden. Auch ich kenne die Krabbelgruppenvergleiche und die Facebook-Angeber-Fotos von extrem aufwendigen Geburtstagskuchen. Ich dachte tatsächlich, ich müsste all das erfüllen. Dazu noch Biobrei selbst kochen, Faschingskostüme nähen und komplizierte Laternen basteln. Als ich es mit drei Kleinkindern nicht schaffte, fühlte ich mich wie eine totale Versagerin.

Dabei sollten Kinder doch die größte Freude im Leben sein. Wieso ersticken dann so viele Frauen in täglicher Überforderung, Erschöpfung und Verzweiflung, sobald ihre Kinder da sind?

Die Zeiten haben sich sehr gewandelt. Wo es früher immer direkte Unterstützung von Großmüttern und Tanten gab, ziehen junge Frauen heute öfter für die Ausbildung oder den Job um – oder zum Ehemann. Dazu kommt, dass viele Großmütter selbst arbeiten gehen und dadurch weniger Zeit haben, ihre erwachsenen Töchter mit den Enkelkindern zu unterstützen. Mal eben eine Mahlzeit vorbeigebracht zu bekommen oder das Baby kurz zur Oma zu geben, um einzukaufen – das ist wertvolle Unterstützung, die für viele wegfällt.

Das Traurigste an einer überforderten Mutter ist, dass sie genau das nicht leisten kann, was sie sich so sehr gewünscht hat: eine gute Mutter zu sein. Eine, die liebevoll und geduldig ist, Zeit mit ihren Kindern verbringt und ganz viel ehrlich lächelt (nicht nur fürs Selfie).

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 19/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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