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Was muss es für eine mühselige Arbeit gewesen sein, den Acker mit Pferden und Pflug zu bestellen? Einen Eindruck vermittelten die Vorführungen im Freilichtmuseum Molfsee an den Tagen der Landwirtschaft. Foto: Iris Jaeger

Pferd und Pflug haben schon lange ausgedient. Doch zu sehen, wie mit ihnen einst das Land bewirtschaftet wurde, ist nach wie vor interessant. An den Tagen der Landwirtschaft im Freilichtmuseum Molfsee wurde ein Wochenende lang gezeigt, wie schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Maschinen und Geräte die alltäglichen Arbeiten erleichterten und wie altes Handwerk praktiziert wurde.

Schon von Weitem ist das stampfende Motorgeräusch eines Lanz-Bulldog-Treckers zu hören. Bis es allerdings ertönt, dauert es und verlangt Geduld. Einfach Zündschlüssel ins Zündschloss stecken, Motor starten und losfahren war seinerzeit nicht. Der Glühkopfmotor bedurfte der Zeit, Geduld, Erfahrung und des nötigen Feingefühls, bevor er seine Dienste verrichtete. So musste der Verdampfer im Zylinderkopf (auch Glühnase genannt) als Zündquelle für den eingespritzten Kraftstoff erst einmal mit einer Lötlampe mindestens 10min vorgeglüht werden, bevor der Motor angekurbelt werden konnte. Als Kurbel diente das Lenkrad, das einfach herausgezogen und seitlich in die Kurbelvorrichtung eingesteckt wurde. Neben Arbeiten auf dem Acker diente der Lanz Bulldog mittels Riemen mitunter auch als Antrieb für zum Beispiel die Dreschmaschine, deren Funktionsweise ebenfalls vorgeführt wurde.

Fleißig gewerkelt wurde auch vor der Bandreißer-Kate aus der Haseldorfer Marsch. Den Beruf des Bandreißers kennen heute viele nicht mehr. Dabei waren seine Fähigkeiten einst stark nachgefragt. Seine Aufgabe war es, Weidenstämme zu Reifen für Butterfässer zu verarbeiten, die von diesen Reifen zusammengehalten wurden. Dafür wurden Weidenstöcke in zwei Bänder gerissen, daher stammt auch der Name des Berufs: Bandreißer.

In der Museumsmeierei wurde am Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes Dampf abgelassen. Dafür wurde der Kessel der Dampfmaschine mit Kohle befeuert. Seinerzeit erleichterte der Maschinenantrieb die Verarbeitung der angelieferten Milch zu Butter und Käse. Die 50-PS-Einzylinderdampfmaschine in der Museumsmeierei ist immer noch voll funktionsfähig. Der Betrieb ist weithin sichtbar, da weißer Rauch von dem Gebäude aufsteigt. Selbstverständlich konnten die hergestellten Produkte auch verkostet werden. Käse, Gallowayfleisch und vieles mehr sorgten für den kulinarischen Part an den beiden Veranstaltungstagen.

Und auch an diesem Wochenende finden mit der Norla auf dem Messegelände in Rendsburg-Süd ganz besondere Tage der Landwirtschaft statt. Dort sind dann die modernen Landmaschinen und Geräte zu sehen, die heute den Landwirten die Arbeit im Stall und auf den Flächen erleichtern.

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