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Plattsnacker mit viel Charme: Joachim Schuldt begeistert sein Publikum mit plattdeutschen Predigten, Lesungen und Vorträgen. Foto: Silke Bromm-Krieger

Er sei ein Könner des Wortes, ein Denker, ein Künstler, ein Philosoph und ein passionierter Plattsnacker mit Entertainerqualitäten, heißt es in Zeitungsartikeln über ihn. Gemeint ist das Probsteier Original Joachim Schuldt aus Laboe im Kreis Plön. Im Gespräch mit dem Bauernblatt stellte sich heraus, dass er zudem auch ein großes Herz für auf Unterstützung angewiesene Kinder und ihre Familien hat.

Heiter gesinnt grüßt Joachim Schuldt und gibt sogleich eine humoristische Einlage zum Besten. Augenzwinkernd trägt er einen plattdeutschen Witz über einen Bauern vor, der den Dorfpastor mit einer schlauen Finte erfolgreich davon überzeugen kann, seinen Hund in der Kirche zu taufen. Wie der 81-Jährige zum Plattdüütschen kam? Um diese Frage zu beantworten, muss er ein wenig ausholen. "Ich bin in Wismar geboren und kam nach dem Krieg 1951 mit meiner Mutter in die Probstei. Das geschah im Rahmen einer Familienzusammenführung, denn mein Vater war hier aus der Gefangenschaft entlassen worden. Wir ließen uns deshalb in Laboe nieder", blickt er zurück.

Die heimelige Sprache seiner Kindheit, in der sich Großeltern und Eltern immer unterhalten hätten, sei Platt gewesen. "Doch von klein auf gelernt habe ich selbst es nicht. Damals wurde es als hinderlich angesehen, wenn Kinder Platt sprachen. Man meinte, sie hätten dann Nachteile in der Schule." Da mit dem lütten Joachim also niemand Platt sprach, verlor er es irgendwann aus den Ohren. "Erst als ich mit 17 Jahren nebenbei in einem Holzlager jobbte, wo alle Platt snackten, fing ich damit an." Später als Lehramtsstudent für Grundschulen wurden der Akteur der niederdeutschen Bewegung, Ivo Braak (1906-1991), und der Pädagoge und niederdeutsche Autor Reimer Bull (1933-2012) zu seinen plattdeutschen Vorbildern. "Heute spreche ich das Ostholsteiner Platt, das auch als Bühnenplatt bezeichnet wird", erklärt er.

Hier nun seinen weiteren beruflichen Werdegang vom Dorfschullehrer bis hin zum Beamten, Politikberater und Spiegelreferenten in der Staatskanzlei auszubreiten, würde den Rahmen sprengen. Aber eines ist sicher: Die Liebe zum Plattdeutschen begleitete Joachim Schuldt an fast allen Stationen seines Lebens. Mit einem Schmunzeln erzählt der Pensionär von den Weihnachtsfeiern in der Staatskanzlei, zu denen er gern einen launig-kritischen Jahresrückblick sowie amüsante Döntjes op Platt beisteuerte.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 41/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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