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Das Chorabschlussgitter von 1738 schuf Marx Dahl, ein ländlicher Schmied aus der Umgebung. Foto: Silke Bromm-Krieger

Anlässlich des Pfingstfestes besucht das Bauernblatt alljährlich eine Kirche. In diesem Jahr ging es in das frühere Benediktinerinnenkloster und heutige Adelige Kloster Preetz im Kreis Plön. Priörin Erika von Bülow und der Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz, Otfried Kohl, luden auf eine faszinierende Entdeckungstour ein.

Beim Betreten des idyllischen Klosterareals bleibt die Hektik des Alltags draußen. Wie wunderbar still und friedlich es hier ist! Schon nach wenigen Schritten kommt die Klosterkirche in den Blick. Sie steht auf einer kleinen Anhöhe im Mittelpunkt des weitläufigen Geländes. Nach einem Brand 1307, der die ursprüngliche Kirche vernichtete, wurde sie zwischen 1325 und 1340 an gleicher Stelle neu errichtet. Veränderungen und Restaurierungen erfolgten danach kontinuierlich, grundlegende aber hauptsächlich im 19. Jahrhundert.

Viele Kunstschätze

Eine unscheinbare Holztür an der Westfront führt ins nördliche Schiff der privaten Kirche. "Wir haben hier viele wertvolle Schätze und Kulturgüter. Deshalb öffnen wir sie nur für Führungen, Veranstaltungen und Gottesdienste", erklärt die Priörin. Die Kirche hätte nie die Funktion einer Gemeindekirche gehabt, sondern sei auf die liturgischen Bedürfnisse der Klosterfrauen abgestimmt gewesen. So trennt eine halbhohe Mauer das Nordschiff vom übrigen Kirchenraum ab. Dieser Bereich wurde als Laienkirche genutzt. Menschen, die für das Kloster arbeiteten oder in dessen Bereich lebten, konnten von dort dem Gottesdienst folgen. An einer Wand gegenüber dem Eingang fällt eine alte Wappentafel ins Auge, auf der die Namen der bisherigen Priörinnen verewigt sind. "Es war für mich ein bewegender Moment, als dort anlässlich der Amtsübernahme am 1. Oktober 2018 auch mein Name samt Familienwappen eingetragen wurde", verrät Erika von Bülow. Wenn es um die Historie der Klosterkirche geht, ist die 33-Jährige eine Expertin.

Sie schrieb ihre Bachelorarbeit über das Kleinod und befasste sich in der anschließenden Masterthesis mit Konventskirchen weiblicher Kommunitäten in Norddeutschland bis zur Reformation. Mit Herzblut, Begeisterung und Know-how führt sie durch das Gotteshaus. An ihrer Seite ist Otfried Kohl, der mit der Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz unermüdlich im Einsatz ist, um notwendige Restaurierungsarbeiten zu finanzieren. "In diesem Jahr feiert unser gemeinnütziger Verein sein 40-jähriges Bestehen", berichtet er. Doch davon später mehr.

Die Priörin möchte nun zunächst das Mittelschiff mit dem Nonnenchor zeigen. Das Chorgestühl ist das größte gotische in Norddeutschland, war anfänglich für 70 Nonnen ausgelegt, wurde aber nach der Reformation und der Umwandlung in ein Adeliges Damenstift der Ritterschaft barock verändert. "Das Chorgestühl ist etwas Besonderes. Die Nonnen saßen im Mittelalter in der Kirchenmitte. Das ist ganz untypisch. In anderen Kirchen nahmen sie meist oben auf der Empore Platz, weil sie sich die Kirche mit der Gemeinde teilten", stellt sie heraus. Durch seine abgeschlossene Form bildet der Nonnenchor das Herzstück der Klosterkirche. Er teilt den gesamten Kirchenraum in drei Teile, den Altarraum im Norden, den Nonnenchor in der Mitte und die Laienkirche im Westen.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 20/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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