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Rasante Läufe und beschwingte Melodien aus aller Welt gab das Trio Well aus Bayern zum besten: Maria Well (Cello), ihr Bruder Matthias Well (Violine) und "Vlad" Vladislav Cojocaru (Akkordeon).

Historischer Trecker vor historischem Gebäude: Der Lanz-Bulldog hatte den Anhänger mit der Bühne durch ganz Dithmarschen gefahren. Vier Stationen lagen auf dem Weg, an der St. Bartholomäus-Kirche in Wesselburen wurde das letzte Konzert gegeben. Fotos: Tonio Keller

Können überhaupt Konzerte stattfinden? Welche müssen abgesagt werden? Was ist möglich in Corona-Zeiten? Die Organisatoren des Schleswig-Holstein-Musikfestivals (SHMF) wurden hin und her gebeutelt zwischen Lockdown und vorsichtiger Öffnung.

Da ist Flexibilität gefragt, und so schufen sie das Format des Musiktreckers: statt "Musikfest auf dem Lande" diesmal "Musikfest durch die Lande"! Als Premiere fuhr der Musiktrecker mit dem "Trio Well" aus Bayern durch Dithmarschen.

Sie haben es gehört, sie haben es gelesen, sie haben sich im Internet informiert: Gut 300 gespannte Zuhörer finden sich ein auf dem Vorplatz der St. Bartholomäuskirche in Wesselburen. Auch Pino von Eiscafé und Pizzeria auf dem Platz ist im Bilde: "Ja, sie kommen um 17 Uhr!" Und tatsächlich, kaum verspätet trifft der Trecker ein, der Aufbau ist routiniert schnell gemacht.

Ein Tag, vier Stationen

Immerhin hat das Gefährt schon eine Fahrt über rund 50 km hinter sich, bei üblichen 25 km/h mit dem historischen Lanz Bulldog. Und drei Auftritte liegen an dem Tag hinter den Musikern: in Brunsbüttel, in Marne und im Seniorenheim der Diakonie in Meldorf – Letzterer exklusiv für die dortigen Bewohner und Mitarbeiter. Mit dem Wetter hatte man Glück: Die heftige Dusche kam während der Fahrtstrecke herunter und nicht während der Auftritte.

Doch die Luft ist noch recht kühl und feucht. Da erstaunt es, dass die Cellistin nun sehr sommerlich gekleidet auf die Anhängerbühne springt – anscheinend hat sie sich warm gespielt. "Etz spui ma!", ruft sie fröhlich. Wie bitte? Übersetzung aus dem Bayerischen: "Jetzt spielen wir!" Das Trio Well kommt aus München, besteht aus dem Geschwisterpaar Maria und Matthias Well und "dem Vlad, einfach Vlad" – später abgefragt: Vladislav Cojocaru, der aus Moldawien stammt.

Kaltes Wetter, heiße Musik

Dass es auf der Bühne heiß hergeht trotz der kühlen Temperaturen, wird schnell deutlich: Ein rasantes Potpourri durch die halbe Welt spielt die Gruppe. Das Publikum wird ermuntert, zu raten, woher die Melodien kommen, die trotz der unterschiedlichen Herkunft ohne Stolpern und Brüche ineinander übergehen: Irland, Rumänien, Brasilien und Indien ("Das hatte bisher noch keiner erraten!"). Wo sie sich selbst gerade befinden, haben die Musiker inzwischen vergessen. Macht nix!

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 32/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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