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Vom Studenten zum Pilzfarmer – Robert Schwartz baut mitten in Kiel Speisepilze an. Mit seinem Kieler Pilzwerk produziert er platzsparend, nachhaltig und ressourcenschonend Lebensmittel in unmittelbarer Nähe zu den Konsumenten. Foto: Christiane Herrmann

Als urbane Landwirtschaft bezeichnet man die Produktion von Lebensmitteln in der Stadt. Genau das ist es, was Robert Schwartz macht: Er produziert Lebensmittel in der unmittelbaren Nähe der Konsumenten. Aber nicht Felder oder Gärten sind seine Anbauflächen. Seine Farm befindet sich unter der Erde, seine Felder sind recycelte Plastikeimer, doch sein Produkt ist schmackhaft und gesund.

Es ist eine schwere Eisentür in einem Garagentor, an die man deutlich klopfen muss, um die Farm von Robert Schwartz zu besuchen. Im Hintergrund rauscht der Verkehr einer stark befahrenen Straße durch Kiel. Im Untergeschoss hat sich der Student der Agrarwissenschaften seine kleine Farm, das Kieler Pilzwerk, aufgebaut. Hier züchtet er seit zwei Jahren Speisepilze. "Bis jetzt habe ich Austernseitlinge, Ulmenseitlinge und Kastanienenseitlinge im Anbau. Es sollen aber noch mehr Sorten dazukommen."

Der Pilzzüchter führt weiter hinein in sein dunkles Reich. Ein kleiner Laborraum dient ihm dazu, seine Pilze zu vermehren. Das Substrat, in dem die Pilze wachsen sollen, bereitet er hier vor und impft es mit der Pilzbrut. "Mein größter Feind ist der einfache Grünschimmel. Das ist ein Schimmelpilz und der wächst natürlich auch sehr gerne auf meinen Nährböden. Wenn ich hier nicht sauber arbeite, dann ist meine Pilzbrut schnell verseucht", erklärt er und zeigt ein Glas, in dem der grüne Schimmel den Überlebenskampf gegen den Austernpilz gewonnen hat. "Das passiert aber zum Glück nicht so oft." Sein erster Beruf als chemisch-technischer Assistent kommt Robert Schwartz zugute. "Das saubere Arbeiten im Labor ist mir vertraut."

Eine Art für sich

Wenn auch auf den ersten Blick den Pflanzen sehr ähnlich, bilden die Pilze neben den Tieren und den Pflanzen eine eigene dritte große Gruppe an Lebewesen auf unserem Planeten.

Sie betreiben keine Photosynthese, deshalb müssen sie wie Tiere auf andere Art Nährstoffe aufnehmen. Heute geht man davon aus, dass die Pilze sogar näher mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt sind. Das, was wir an Pilzen, so sie denn essbar sind, gerne genießen, ist nur der sogenannte Fruchtkörper. Er bildet den kleineren Teil des Pilzes. Der Pilzfarmer füllt seine Anzuchteimer mit einem aufbereiteten Substrat. Dafür nutzt er Kaffeesatz und Stroh, welches er zuvor pasteurisiert. In diesem Substrat kann das sogenannte Myzel gedeihen.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 12/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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