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Nach der Zwangsschließung aufgrund der Corona-Krise hat nun auch der Westküstenpark St. Peter-Ording seine Pforten für die Besucher wieder geöffnet. Foto: Sabine Voiges

Die ersten Tierbabys sind geboren, und die Störche klappern im Westküstenpark in St. Peter-Ording um die Wette. Doch im Gelände und an den Gehegen der Raubvögel und dem Robbarium blieb es in den vergangenen Wochen ungewohnt still. Die Anlage durfte wegen der Corona-Krise nicht öffnen. Doch viele Menschen, darunter 60 Landwirte, halfen dem Tierpark über die Durststrecke.

Direkt nach den Wintermonaten und noch vor Saisonbeginn schließen zu müssen, war für das privat geführte Naturerlebniszentrum ein harter Schlag. Denn die über 800 Tiere und das Pflegepersonal werden ausschließlich über Gästeeinnahmen finanziert. Daher war deren totaler Wegfall im Zuge der Pandemie eine Katastrophe für das relativ kleine Team. "Fast zwei Monate hielt sich der Park mit ­Sach-, Futter- und Geldspenden über Wasser.

Die Dankbarkeit der Betreiber und der Belegschaft über jeden kleinen Beitrag ist ungeheuer, denn Seehunde, Schildkröten und neugeborene Zicklein wollen rund um die Uhr versorgt werden, egal was vor den Toren gerade passiert", berichtet Mitarbeiterin Annika Witte.

Zur langen Liste der Unterstützer zählten auch 60 Landwirte aus Eiderstedt und Dithmarschen, die kurzerhand mit einem langen Futterkonvoi für Heu, Stroh, Möhren, Weizen, Gerste und Vogelfutter, aber auch Eimer, Besen und Handschuhe sorgten. "Dieses Engagement hat uns zu Tränen gerührt, denn unsere Not war wahrhaftig groß", gibt Witte unumwunden zu.

Umso größer ist jetzt die Freude, dass wieder Tagesgäste in den Tierpark kommen können. Angesichts der verhältnismäßig stabilen Lage in Schleswig-Holstein sowie der Umsetzung von Vorsichtsmaßnahmen im Park ist das Team zuversichtlich, wieder ein kleines Stück Normalität einkehren lassen zu können.

Einige Innenräume wie das Troparium müssen allerdings weiterhin geschlossen bleiben. Ebenfalls verzichten müssen die Besucher auf das Ponyreiten und die Schaufütterungen. Dennoch sind fast alle Areale des Parks wie immer frei zugänglich und fast alle Tiere zu sehen. Die ersten Storchenküken und wilden Gänschen sind geschlüpft, und man kann die Eltern beim fleißigen Füttern beobachten. Die jungen Zicklein und Lämmer spielen auf den Koppeln, und der im Park geborene Seehundwelpe schwimmt munter mit den sechs erwachsenen Seehunden durch das große Nordseewasserbecken. "Wir sind einfach superglücklich, dass wir das nach dieser langen Pause wieder gemeinsam mit unseren Gästen erleben dürfen", erklärt Annika Witte.

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