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Im Querner Kirchenschiff wird der Blick mit den Wandelementen direkt auf das Kreuz im Altarraum gelenkt. Foto: Hans-Joachim Köhler

"Noch heute sind wir stolz darauf, dass ein bedeutender Maler von europäischem Rang in unserem Dorf Großquern sechs Jahre lang gelebt und gewirkt hat", sagt Pastor Philipp Reinfeld, zuständig für die Kirchspiele Quern-Neukirchen und Steinberg. Die Rede ist von Ernst-Günther Hansing, einem der Moderne verschriebenen Künstler, der 1929 in Kiel geboren wurde.

Zur Vita von Hansing gehört eine Tragödie auf der Ostsee: Er überlebte als Jugendlicher an Bord eines Flüchtlingsschiffs dessen Zerstörung durch einen feindlichen Angriff. Hansings Vater, ein Marineoffizier, verlor dabei sein Leben. Das von diesem Ereignis ausgelöste Trauma hat den Kunstschaffenden nie mehr losgelassen.

Ab 1948 absolvierte "E.-G." in Flensburg eine Lehre als Goldschmied. Vier Jahre später erhielt er aufgrund seiner künstlerischen Begabung ein Stipendium der französischen Regierung und zog nach Paris. Danach ermöglichte ihm der Kulturkreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie ein Studium an der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Expressiv-abstrakte Formen prägten seinen Stil. In jener Zeit suchte Hansing Rat bei zwei ganz Großen: bei Emil Nolde und Oskar Kokoschka. Beide bestärkten den gebürtigen Kieler, als Künstler seinen eigenen Weg zu gehen und sein Talent auszuschöpfen.

Um der Hektik in der Großstadt zu entgehen, ließ sich Ernst-Günther Hansing 1956 in der Angelner Gemeinde Quern nieder. Ältere Einwohner erinnern sich noch, wo der Maler sein Atelier einrichtete. Er bezog ein Haus am Ende der Dorfstraße in Richtung Dingholz, rund 2 km vom Scheersberg entfernt. Und auf halben Wege stand und steht die Kirche St. Nicolai, errichtet um das Jahr 1200 als einschiffiger Granitquaderbau.

Pastor Reinfeld öffnet das Schloss der Kirchentür. Der Blick fällt vom Aufgang zur Orgel bis hin zum Altarraum: In dem hell getünchten Raum bis hoch zur Decke befinden sich Streifen und Ornamente im Farbakkord Blau-Schwarz-Rot, wobei die rote Farbe im Gesamtklang vorherrscht. "Hier hat Hansing vor 60 Jahren seine künstlerische Arbeit vollendet", sagt der Pastor. Dem Betrachter wird bewusst, dass dieses Werk nicht in einem selten besuchten Museum zu finden ist, sondern bei jedem Gottesdienst der 900 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde Quern-Neukirchen vor Augen geführt wird.

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 14/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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