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In der Bronzegießerei setzt Ilian Finckeldey einen Tiegel mit Rohmetall in die Glut eines Glockenofens, während Jonas Harms einen essenförmigen Ofen fertigbaut. Moritz Schinmeyer (hinten) modelliert eine Gussform aus Bienenwachs.

Anna Seel macht Kochversuche mit verschiedenen Zutaten und Verfahren. Sie will feststellen, wann sich eine Kruste innen im Keramiktopf bildet, wie man sie bei Ausgrabungen vorgefunden hat. Fotos: Tonio Keller

Feuer zu machen mit Stein und Zunder ist für uns heute nicht so einfach, für die Menschen der Steinzeit war es eine Grundfertigkeit. Deshalb mussten sich auch alle Archäologiestudenten, die ein viertägiges Seminar im Steinzeitdorf Albersdorf belegten, im Feuermachen üben. Ansonsten widmete sich jeder und jede einem bestimmten steinzeitlichen Handwerk.

"Man kann Leuten nur etwas gut erklären, das man selber einmal gemacht hat", sagt Tosca Friedrich, die zusammen mit Birte Meller die experimentelle Woche des Archäologischen Instituts der Universität Hamburg im Steinzeitdorf Albersdorf leitet. Das Seminar hat also einen museumspädagogischen Aspekt, aber auch eine Forschungsebene. Deshalb sind die Aufgaben für die rund 20 Studenten auch nicht Übungen mit einem vorher bekannten, zu erreichenden Ergebnis, sondern Untersuchungen von echten Forschungslücken. "Wir finden Dinge in der Erde. Wie wurden sie gefertigt? Wie wurden sie benutzt?", zeigt Friedrich die Fragestellung auf. Man hat das Werkzeug, man hat das fertige Artefakt- was ist dazwischen passiert?

So weisen bestimmte Steinklingen durch ihren typischen Glanz auf den Gebrauch als Sichel hin. Sichelschäfte aus Holz haben sich in Mooren erhalten. Wie wurden die Klingen eingefügt? "Birkenpech ist der Kleber der Steinzeit", weiß Student Nils Krüger, "der härteste, den man finden kann." Spuren davon sind häufig belegt. Nun macht sich Krüger daran, diese Elemente zu einer Sichel zusammenzufügen.

Etwas weiter an einem originalgetreuen Steinzeitofen unternimmt Anna Seel Kochversuche. In vor zwei Tagen gebrannten Keramiktöpfen kocht sie Fleisch, Fisch und Gemüse mit wilden Kräutern. Die Aufgabe: An der Innenseite prähistorischer Töpfe findet sich Kruste, in der man teilweise die Zutaten der Gerichte bestimmen kann. Wie entsteht diese Kruste, bei welchen Zutatenkombinationen, mit welchen Kochmethoden, mit wie viel Wasser, wie vielen Kochgängen? Das will Anna Seel herausfinden.

Schmuck aus Muscheln herstellen – nichts leichter als das? Ja, wenn schon Löcher drin sind! "Wir wissen, dass Löcher in den Muscheln waren, dass Drillbohrer existiert haben und dass man auf Sandstein gerieben hat", erklärt Michelle Spuling. Das probiert sie zusammen mit Joelina Andrecht aus. Und siehe da: Das Reiben auf Sandstein ergibt erstaunlich saubere Löcher in den Muscheln!

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 34/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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