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Alle sechs bis acht Wochen steht für Dörthe Winter ein Besuch im Zweithaarstudio an. Foto: Silke Bromm-Krieger

Die Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Oft ist er erblich und/oder hormonell bedingt. So auch bei Dörthe Winter aus Dithmarschen (Name geändert). Jahrelang fühlte sie sich durch ihre feinen Haare belastet, bis sie bei Zweithaarspezialistin Franziska Pusch Hilfe fand. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

Dörthe Winter freut sich, dass ihr Sohn demnächst den alteingesessenen Familienbetrieb übernehmen wird- eine Rinder- und Schafzucht. Als mithelfende Angehörige kümmert sich die 64-Jährige um die Buchhaltung und ist auf dem Hof überall dort im Einsatz, wo eine unterstützende Hand gebraucht wird.

Dass sie sich früher wegen ihrer dünnen Haare oft nicht wohl in ihrer Haut fühlte, darüber sprach sie mit niemandem. "Haarausfall ist in der Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. Gerade Frauen reden nicht gern darüber", gibt die zweifache Mutter zu bedenken und berichtet, dass sie schon in ihrer Jugend sehr feines Haar gehabt habe. "Damals kaschierte ich das mit Extensions, Strähnchen und einem Kurzhaarschnitt. Ich griff zu Naturheilmitteln, versuchte es mit Brennnesseltinktur, leider ohne Erfolg."

Schleichend wurden ihre Haare in den vergangenen Jahren immer weniger, vor allem als sie mit Ende 50 an einer Funktionsstörung der Schilddrüse erkrankte und sich Nebenwirkungen der Medikamente durch Haarausfall bemerkbar machten. In ihrem Alltag gab es deshalb immer wieder belastende Situationen. "Nur ungern denke ich zum Beispiel an die Heu- und Strohernte zurück. Wenn ich bei der Arbeit ins Schwitzen kam, waren die Haare sofort nass und saßen dann platt am Kopf. Das war unangenehm." Die mangelnde Haarpracht schränkte sie zunehmend ein. "Ich hatte eine innere Unruhe, guckte in jeden Spiegel und kontrollierte ständig meine Haare. Ich mochte nicht mehr rausgehen und dachte, was soll ich überhaupt noch beim Friseur, wenn ich hinterher kaum besser aussehe?"

Irgendwann vertraute sie sich ihrem Arzt an, fragte, ob es etwas gebe, das sie gegen den Haarverlust tun könne. Eine Transplantation? Doch der Arzt zeigte nur wenig Verständnis und half nicht wirklich weiter. "Ihm war gar nicht klar, wie schlecht man sich als Frau fühlt, wenn einem die Haare ausgehen. Auch wenn dies keine lebensbedrohliche Erkrankung ist, so hat sie trotzdem einen erheblichen Einfluss auf das Selbstwertgefühl und Wohlbefinden."

Die Haarausfall Selbsthilfe Interessengemeinschaft aus Berlin führt unter haarausfall-selbsthilfe.com die nach eigenen Angaben derzeit größte Datenbank an Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen für Betroffene.

 

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 46/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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