Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

In ihrer Praxis bietet Nadine Beyer Kurse und Seminare für trauernde Kinder und Erwachsene an. Foto: Silke Bromm-Krieger

"Ich habe drei Kinder, zwei an der Hand und eines im Herzen", sagt Nadine Beyer aus Schwarzenbek im Kreis Herzogtum Lauenburg. Nach dem Tod ihrer Tochter ließ sich die frühere Postbankbeamtin zur zertifizierten Sterbeamme ausbilden. Seit fast zehn Jahren ist sie nun schon in der Trauerhilfe und Sterbebegleitung tätig. Hier erzählt sie ihre Geschichte.

"Fenja wäre in diesem Jahr 18 Jahre alt geworden", meint Nadine Beyer, und für einen Augenblick huscht ein leises Lächeln über ihr Gesicht. In Gedanken scheint sie ganz nah bei ihrer zweiten Tochter zu sein, die im Alter von 13 Monaten am seltenen Sturge-Weber-Syndrom starb. Sie kam mit einem handtellergroßen Feuermal im Gesicht zur Welt. Dieses war nicht nur äußerlich vorhanden, sondern die übermäßigen Blutgefäße wuchsen auch in das Gehirn hinein, setzten sich auf Hirnhäute und Augennerv. "Fenja bekam neurologische Ausfälle, sie erblindete, hatte Epilepsie und litt an Spastiken", schaut sie zurück.

Nach dem frühen Tod der Tochter ist nichts mehr so, wie es einmal war. Im behandelnden Katholischen Kinderkrankenhaus in Hamburg erhält die vierköpfige Familie ausreichend Zeit, um in Ruhe Abschied vom jüngsten Familienmitglied zu nehmen.

Als sich ihre Schwester, damals vier Jahre alt, von Fenja verabschiedet, macht sie dies mit einer liebevollen, spielerischen Geste. Unbefangen streckt sie ihren Zeigefinger aus, führt ihn an Fenjas Lippen und bewegt ihn hin und her: Bbbrrr. "Spontan meinte ich 'lass das', doch meine Tochter erwiderte, dass Fenja das doch immer so gern gemocht habe. Also ließ ich sie gewähren. Kinder gehen mit dem Tod ganz anders um als Erwachsene", gibt Nadine Beyer zu bedenken.

Behutsam wird die junge Mutter in der Klinik in ihrer ersten Trauer von einer Ordensfrau begleitet. Sie ist es auch, die unverblümt fragt: "Möchten Sie am liebsten Ihrer Tochter hinterherspringen?" Der Schmerz über den Verlust des geliebten Kindes ist unendlich, aber für Nadine Beyer ist schnell klar, die Antwort lautet Nein. "Ich entschied mich für das Leben. Dies war eine Liebeserklärung an meinen Mann und meine kleine Tochter, die mich brauchten, und letztendlich auch an mich."

Den kompletten Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 47/2020 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

nach oben