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Die Grachten rund um die Altstadt sind eine von vielen Besonderheiten in Friedrichstadt und brachten dem Holländerstädtchen unter anderem den Namen Venedig des Nordens ein. Ehemals als Transportwege, für Abwässer und die Entwässerung genutzt, dienen die kleinen Kanäle heute vor allem dem Tourismus und Wassersport. Foto: Sigrid Querhammer

Friedrichstadt – die 2.700-Seelen-Stadt am Zusammenfluss von Eider und Treene hat viele Namen: Holländerstadt, Stadt der Toleranz, Klein Amsterdam, Venedig des Nordens, Rosenstadt. Im September feiert sie ihren 400. Geburtstag. Am 21. September 1621 wurde der Grundstein zum ersten Haus in Friedrichstadt gelegt.

Die kleine, beschauliche Stadt bietet für jeden etwas. Mit Rosen geschmückte, schöne Treppengiebelhäuser, schmale Gassen, gemütliche Geschäfte und Restaurants, Kunsthandwerk, Ruhe und Erholung auf dem Wasser und ganz viel Geschichte. Es ist diese einzigartige Mischung, die Friedrichstadt so anziehend für eine kleine Auszeit vom Alltag macht. Ihren offiziellen Namen Friedrichstadt verdankt die Stadt Herzog Friedrich III. von Schleswig-Gottorf. Er wollte eine Hafen- und Handelsstadt von Weltgeltung errichten. In den Remonstranten, einer verfolgten religiösen Minderheit aus Holland, fand er die idealen Siedler, die sein Vorhaben umsetzen sollten. Die Glaubensflüchtlinge erhielten einen sicheren Ort, an dem sie ihren Glauben ohne Verfolgung leben konnten. Steuer- und Zollfreiheit für die ersten 20 Jahre und andere Privilegien erleichterten den Neuankömmlingen auch wirtschaftlich den Neuanfang. Umgekehrt profitierte Friedrich vom Fleiß und den Kenntnissen der Siedler im Mühlenbau sowie im Deich- und Schleusenbau. Die Pläne von Friedrich III. waren ehrgeizig. Die neue Hafenstadt an der Nordsee sollte der Mittelpunkt einer Handelslinie von Spanien im Westen bis nach Russland und Indien im Osten werden.

Die ganz großen Pläne von Friedrich III. gingen nicht auf. Die Eider war für große Schiffe bereits damals nicht tief genug. Die Remonstranten wurden ab 1630 in ihrer Heimat nicht mehr verfolgt, sodass viele von ihnen zurückgingen. Dafür kamen jedoch andere nach und so blieb Niederländisch weiter die bestimmende Sprache in der Stadt. Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden die Ratsprotokolle in Niederländisch verfasst. Die Stadt wurde schnell so groß wie andere Küstenstädte, aber nie so groß wie sie ursprünglich von Friedrich III. geplant war. Die Einwohnerzahl lag fast immer konstant bei zirka 2.500 Einwohnern, nur nach dem Zweiten Weltkrieg waren es aufgrund der Flüchtlinge aus dem Osten kurzzeitig mehr als 3.000.

Die Siedler aus Holland bauten ihre Stadt nach dem Vorbild der Städte dort, mit geraden Straßen, in der Mitte dem Marktplatz mit den typischen Treppengiebelhäusern. In Friedrichstadt bauten sie ihre erste Kirche überhaupt. Bis heute ist die Friedrichstädter Remonstrantenkirche die einzige außerhalb der Niederlande. Die Kirche bauten sie bewusst nicht zentral am Marktplatz. Keine Konfession sollte einen privilegierten Platz in der Stadt erhalten. Schließlich die Grachten, die künstlichen Wasserkanäle: Von denen sind nicht mehr alle erhalten, aber nach wie vor ist die Altstadt von ihnen umschlossen. In der Gründerzeit und danach hatten sie viele Funktionen. Auf ihnen wurden Waren transportiert und über sie wurden die Abwässer abgeleitet. Die anliegenden Grundstücke waren damals deshalb besonders günstig zu haben. Das hat sich inzwischen geändert. Die Grachten dienten der Entwässerung und dem Schutz der Stadt.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 33/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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