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Kunst haptisch erleben: Mit Tastbildern und mündlichen Beschreibungen regten seinerzeit die beiden Blindenpädagoginnen Susann Lokatis-Dasecke (li.) und Barbara Wolter das "innere Sehen" ihrer Schüler im Kunstunterricht an. Foto: Silke Bromm-Krieger

Barbara Wolter und Susann Lokatis-Dasecke sind Blindenpädagoginnen. In der aktuellen Farbrausch-Ausstellung des Künstlers Christopher Lehmpfuhl in der Reithalle auf der Schleswiger Schlossinsel bringen sie sich mit zwei Mitmachstationen ein. Hier erzählen sie von diesem Projekt und ihrem Berufsalltag mit blinden Kindern.

Im Kunstunterricht einer vierten Klasse ist Emil Nolde Thema. Die Lehrerin zeigt den Kindern ein Bild des Künstlers. Jan (Name geändert) ist von Geburt an blind. Deshalb erhält er von ihr ein Tastbild, auf dem das Motiv vereinfacht mit verschiedenen Materialien und Farben nachgestellt ist. „Kannst du es beschreiben?“, fragt sie. Jan nickt. Flink gleiten seine Finger beider Hände wie ein Scanner über das Tastbild. Während er erzählt, was er „sieht“, ist es im Klassenraum mucksmäuschenstill. „Links unten hat Nolde eine rote Farbe gemalt, rechts kommt etwas Blau, auf dem Blau gibt es zwei schwarze, senkrechte Streifen, darüber ist es grün, lila, orange und gelb und oben wieder grün.“ Ein Klassenkamerad ruft erstaunt: „Jan kann ja sehen!“ Diese kleine Episode aus dem inklusiven Schulalltag blieb Susann Lokatis-Dasecke eindrücklich in Erinnerung. Aber beginnen wir von vorn.

Bis zum Ruhestand im vergangenen Jahr waren sie und Barbara Wolter 26 Jahre beim Landesförderzentrum Sehen in Schleswig beschäftigt. „Wir sind eine Schule ohne Schüler“, berichtet die 64-Jährige. In Schleswig-Holstein werden Schüler mit einer Sehbehinderung oder Blindheit gemeinsam mit sehenden Schülern an den allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Das nennt man Inklusion.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 26/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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