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Der Hamkenshof in Tetenbüll gehörte einst zu zehn wie in einer Perlenkette aufgereihten Haubarge im Sieversflether Koog. Dese Höfereihe wurde auch als "Reichen Reihe" bezeichnet. Heute existieren nur noch vier der zehn Haubarge in einerm für diesen Haustyp gut erkennbaren Zustand. Foto: Archiv Haye Hamkens/hfr

Blick in eine der Stuben des Witzworter Haubargs im Freilichtmuseum. Foto: Iris Jaeger

Er beeindruckt durch seine Dimensionen, es gibt ihn bis auf wenige Ausnahmen so nur auf der Halbinsel Eiderstedt, seine Bauart und Konstruktion machen ihn einzigartig und er ist vom Aussterben bedroht - der Haubarg. Um auf den baukulturellen Wert sowie auf die Schutzbedürftigkeit dieses besonderen Haustyps aufmerksam zu machen, hat die Interessensgemeinschaft Bauernhaus (IgB) den Haubarg zum bundesweiten Bauernhaus des Jahres 2021 ausgerufen.

Mit ihren riesigen, pyramidenartigen Dächern und dem voluminösen Baukörper gehören Haubarge zu den Giganten unter den Bauernhäusern. Haubarg und Heuberg klingen nicht von ungefähr so ähnlich: Durch die Dachkonstruktion mit einer Firsthöhe von 14 m bis zu 18 m konnte Heu vom Boden bis zum First im Vierkant gelagert werden. Die mit Reet gedeckten Dächer erreichten mitunter eine Gesamtfläche von bis zu 1.400 m2. Die Grundflächen des umbauten Raumes lagen bei 600 bis 1.000 m2. Mit wenig Holz viel Raum schaffen ist eine der Besonderheiten des Haubargs, der im 16. Jahrhundert von den Niederländern ins Land gebracht wurde.

Das fruchtbare Marschenland der einst aus den drei Inseln Utholm, Everschop und Eiderstedt bestehenden Halbinsel Eiderstedt brachte reiche Ernten hervor, die viel Lagerplatz benötigten. Dafür war der Haubarg prädestiniert. "Die Entwicklung dieses Bautyps speziell auf Eiderstedt lässt sich auf die Nutzung und die Kulturlandschaft zurückführen", schlussfolgert die IgB. Durch Eindeichen und Entwässerung entstand um 1600 die Halbinsel Eiderstedt, die bis heute noch "die Dreilande" genannt wird. Eine weitere Besonderheit des Haubargs war es, dass er Wohnen, Stall und Wirtschaften unter einem Dach vereinte – Menschen, Tiere und Futtervorräte sich somit ein Gebäude teilten. Der überwiegende Teil des Gebäudes war den Tieren und der Ernte vorbehalten.

Einzigartig macht den Haubarg auch seine Konstruktion, wie sie unter anderem in dem Buch von Ludwig Fischer "Haubarge - Eine Bauernhausform hat abgewirtschaftet" und auf den Internetseiten der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen (IG Baupflege) beschrieben und im Folgenden zum Teil im Wortlaut wiedergegeben wird. Demnach gehört der Haubarg zur Gruppe der Gulfhäuser, deren Ursprung von Hausforschern in Ostfriesland nachgewiesen wird und die sich durch ein hohes, kräftiges Hochrähm-Innenständergerüst auszeichnen.

 

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Bauernblattausgabe 40/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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