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Jan Moltrechts Familienname entstand wahrscheinlich im Brauhandwerk, denn das plattdeutsche Wort „Molt“ bedeutet auf Hochdeutsch „Malz“. Foto: Silke Bromm-Krieger

In der Probstei hat das Bierbrauen Tradition. Viele Bauern brauten hier über Jahrhunderte hinweg ihr eigenes Hausbier. Daran will Jan Moltrecht aus Stein im Kreis Plön anknüpfen. Zunächst braute er sein Bauernbier Probsteier Art nur für den eigenen Bedarf. Seit Spätsommer 2020 können es auch Bierliebhaber aus der Region genießen.

Jan Moltrecht zieht am Steiner Strand eine Flasche Bauernbier aus seiner rechten Jackentasche. Aus der anderen holt er ein Glas. Mit einem Plopp öffnet er die Flasche und lässt ihren Inhalt langsam hineinfließen. Das Glas hält er dabei ein wenig schräg, so bildet sich eine leichte Schaumkrone. Eine würzige Brise Malz liegt in der Luft. Der 44-Jährige nimmt einen kräftigen Schluck. "Prost!", rufen ihm vorbeilaufende Wanderer zu.

Aber beginnen wir von vorn. Als Jan Moltrecht vor Jahren tief in die Geschichte seiner Vorfahren eintauchte, entdeckte er, dass sein Ururururgroßvater (genau gezählt!) Georg-Friedrich Moltrecht (1803-1874) der erste Brau- und Brennmeister in der Familie war. Neun seiner Kinder, Enkel und Urenkel traten später in seine Fußstapfen und ergriffen ebenfalls diesen Beruf. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein war das eine Familientradition. Das beeindruckte Moltrecht, und er hatte eine Idee. Zu Ehren der Ahnen wollte er ein eigenes, authentisches Bier entwickeln, wie es früher auf dem Lande in der Probstei getrunken wurde, und es nach seinem Familiennamen benennen.

Zunächst las er jede Menge alte Bücher zum Thema. Wie mag ein typisches Bier vom Lande vor 200 Jahren geschmeckt haben? Er fand bei seinen Recherchen zwar keine überlieferten Originalrezepte, aber wertvolle Hinweise und Informationen. Bald wusste er, dass in diesem Landstrich, der Kornkammer der Region, traditionell ein obergäriges Braunbier aus verschiedenen Getreidesorten gebraut wurde. Er erfuhr, dass die Bauern das Malz für ihr Bier damals im Ofen oder in einer Pfanne über dem Feuer trockneten, wodurch es eine dunkle Farbe erhielt. Hopfen kam eher sparsam zum Einsatz, davon gab es nicht viel. Man benötigte ihn auch nicht wegen seiner konservierenden Wirkung, weil meist frisch gebraut und gleich getrunken wurde. Schließlich hatte der Erfinder eine konkrete Vorstellung im Kopf, wie das Bier damals geschmeckt haben könnte, und machte sich ans Werk.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in der Bauernblattausgabe 4/2021 unter der Rubrik "Land & Leute" und im digitalen Bauernblatt.

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